ARNSBERG. Die Grünen in Arnsberg haben entsetzt und wütend auf die Übermalung einer Regenbogentreppe mit den Nationalfarben reagiert. „Eine Regenbogentreppe über Nacht in schwarz-rot-gold übersprühen ist eine klare rechtsextreme Aussage gegen Vielfalt, Queers und eine bunte Gesellschaft, pro Nationalismus“, schrieb die Vorsitzende der Grünen in der Arnsberger Stadtvertretung, Verena Verspohl, auf Instagram.
Dazu veröffentlichte die Politikerin auch ein Video, in dem sie sich ähnlich äußert: „Malt euch zu Hause in Nationalfarben ein, hängt euch die Fahne in den Garten, macht, was ihr wollt.“ Dies sei ihr alles egal. „Aber das ist der öffentliche Raum, und das geht einfach überhaupt nicht.“
Grün: innen Schwachsinn Sternchen✨️
🤦♀️🙄😂 pic.twitter.com/Vqnotn1HUn
— 🅝🅤🅡🅢🅔 Betty 🩺 💙💉 (@BettyCo_Nurse) February 3, 2026
Stadt erstattet Anzeige
Die Regenbogentreppe im Stadtteil Neheim wurde in der Vergangenheit immer wieder von Unbekannten mit Schwarz-Rot-Gold übermalt. Zuletzt am Wochenende. Die Stadt erstattete deswegen Anzeige bei der Polizei. Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner (SPD) sagte, die Regenbogentreppe stehe „für Offenheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt in unserer Stadt“.
Da sie ohne Abstimmung übermalt worden sei, „handelt es sich um eine Veränderung und Beschädigung öffentlichen Eigentums, die wir wie in allen Fällen grundsätzlich zur Anzeige bringen“. Dabei ist es „unerheblich, mit welchen Motiven Wände, Straßen oder Gebäude bemalt oder besprüht werden“, betonte der SPD-Politiker.
Treppe bereits 2025 übermalt
Bittner betonte, die Nationalfarben stünden „für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Würde des Menschen“. Sie dürften aber nicht gegen „andere Werte“ ausgespielt werden. Laut lokalen Medien ließ die Stadt zur „Reinigung“ der Treppe von den Deutschlandfarben extra einen Tankwagen anrollen.
Die Treppe wurde im Rahmen eines Projekts einer nahegelegenen Schule bereits im Juli 2025 mit den Regenbogenfarben bemalt – allerdings kurz darauf wieder mit schwarzer Farbe besprüht. Bürgermeister Bittner sprach damals von einem „Angriff auf dieses sichtbare Zeichen des Miteinanders“. (ho)





