WÜRZBURG. Mit einem dramatischen Appell gegen die AfD hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, seine Amtszeit beendet. In seiner letzten Rede vor den Amtskollegen forderte er: „Wir müssen Menschen in unserem Land aktivieren, für Demokratie und Menschenwürde aufzustehen und sich zu engagieren.“ Heute wird die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg einen Nachfolger wählen.
Die Kirchen müßten sich daher, wie bei den großen Demonstrationen gegen Rechts 2024, mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zusammentun. Damals hatten die anderen Parteien, die Antifa und die christlichen Kirchen aufgrund der Correctiv-Räuberpistole über das „Potsdamer Treffen“ Hunderttausende auf die Straßen gebracht.
Bätzing berichtete auch von seiner Furcht, AfD-Mitgliedern zu begegnen: „Mir wird angst davor, wenn ich vor einem AfD-Wahlstand stehe.“ Der 64jährige, der nach sechs Jahren Amtszeit abtritt, ergänzte: „Wer die Wahlprogramme der AfD studiert, der weiß, was auf uns zukommt, wenn diese Kräfte wirklich in die politische Verantwortung treten würden und ein Regierungsrecht in Ländern in Anspruch nähmen.“
Bätzing ist trotzdem gegen AfD-Verbot
Gleichzeitig sprach sich der Limburger Bischof gegen ein AfD-Verbotsverfahren aus. Er sei dagegen, denn: „Wir müssen als demokratische Kräfte in diesem Land zeigen, daß diese Partei überflüssig ist, weil sie keine Lösungen anbietet, sondern nur Scheinlösungen.“

Bei ihrem viertägigen Treffen entscheiden die Bischöfe auch über die Satzung der geplanten Synodalkonferenz. Das neue Beratungs- und Leitungsgremium von Bischöfen und Laien soll im November seine Arbeit aufnehmen. Einige konservative Bischöfe stellen sich gegen diesen Plan und verweisen auf Bedenken des Vatikans. (fh)






