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Tag der Gewalt: Heftige linksextreme Ausschreitungen und ein neuer AfD-Jugendchef – So lief der Tag in Gießen

Tag der Gewalt: Heftige linksextreme Ausschreitungen und ein neuer AfD-Jugendchef – So lief der Tag in Gießen

Tag der Gewalt: Heftige linksextreme Ausschreitungen und ein neuer AfD-Jugendchef – So lief der Tag in Gießen

Jean-Pascal Hohm: Ist neuer Chef der AfD-Jugend. In Gießen wird der Politiker mit klarer Mehrheit gewählt.
Jean-Pascal Hohm: Ist neuer Chef der AfD-Jugend. In Gießen wird der Politiker mit klarer Mehrheit gewählt.
Jean-Pascal Hohm: Ist neuer Chef der AfD-Jugend. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Martin Meissner
Tag der Gewalt
 

Heftige linksextreme Ausschreitungen und ein neuer AfD-Jugendchef – So lief der Tag in Gießen

Trotz massiver Blockaden und heftigen linksextremen Krawallen gelingt es der AfD, in Gießen eine neue Jugendorganisation zu gründen. Alle Ereignisse dieses denkwürdigen Tages zum Nachlesen gibt es im Liveticker der JUNGEN FREIHEIT.
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11.50 Uhr: Während sich Busse mit einigen hundert AfD-Anhängern noch auf dem Weg befinden, gehen die Blockaden weiter. Auch zwei Krankenwagen müssen anhalten. Nun beginnt die Polizei mit der Räumung.

11.40 Uhr: Kein Durchkommen auch für die Bürger. Ein Mann will zu einem Erste-Hilfe-Kurs. Doch auch ihn lassen die AfD-Gegner nicht durch.

11.32 Uhr: Der Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt wurde nach dem Abstellen seines Autos von Linksextremisten angegriffen. Während er sein Auto in der Nähe der Hessenhalle parkte, erkannten ihn die bislang unbekannten Angreifer. Mit rund 20 Mann seien diese dann auf Schmidt und seine Begleitung losgegangen, berichtet er der JUNGEN FREIHEIT. Im Gesicht hat er Schrammen und Rötungen von Schlägen und Tritten. Die Polizei sei recht schnell eingeschritten. Schmidt mag sich nicht ausmalen, was sonst noch hätte passieren können. Sein Auto mußte der Bundestagsabgeordnete zurücklassen.

11.30 Uhr: Noch immer ist ein Großteil der erwarteten AfD-Anhänger nicht in der Halle. Vor Ort sind allerdings schon die beiden Bundessprecher Alice Weidel und Tino Chrupalla. Es fehlt allerdings noch Jean-Pacal Hohm. Er gilt als Favorit für den Posten des Vorsitzenden der neuen Jugendorganisation. Nach JF-Infos sitzt er auf der Autobahn fest.

11.18 Uhr: Die Polizei als Straßenreinigung: Mit schwerem Gerät und Wasserwerfern räumen die Sicherheitskräfte eine Straßenblockade der AfD-Gegner. Die haben sich aber längst aus dem Staub gemacht.

11.15 Uhr: Mittlerweile sind die zwei AfD-Vorsitzenden, Alice Weidel und Tino Chrupalla, angekommen. Auch der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke wurde gesichtet. Grundsätzlich bleibt es in der Halle jedoch leer. Etwa eine Stunde nachdem der Gründungskongress hätte starten sollen, fehlen immer noch hunderte Parteimitglieder. Nach JF-Informationen sind rund 200 von ihnen nur noch wenige Kilometer von Gießen entfernt.

Derweil kocht die Gerüchteküche. Im Hintergrund werde in einigen Landesverbänden ordentlich Druck ausgeübt, um die Konsensliste durchzubringen. Dabei sorgen sich einige um spontane Kampfkandidaturen aus den Reihen der neuen Gesichter, erfuhr die JF.

11.10 Uhr: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt wurde nach JF-Informationen auf dem Weg zur Halle in Gießen von Linksextremisten angegriffen.

11.02 Uhr: Jubel beim linksradikalen Linkspartei Abgeordneten Ferat Kocak. Daß Polizisten gegen Gewalttäter vorgehen, ist für ihn „Polizeigewalt“.

Instragram Account von Ferat Kocak. Foto: Screenshot

11.00 Uhr: Rund um Gießen sind weiterhin hunderte AfD-Gegner unterwegs und versuchen, den Zufahrtsweg zu blockieren.

10.50 Uhr: Rund zehn Kilometer außerhalb von Gießen beginnt nun eine Polizeieskorte für die AfD-Busse. Darin sitzen Mitglieder aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Unter anderem auch der Landtagsabgeordnete Sven Trischtler. In den Bussen sollen ungefähr 200 AfD-Mitglieder sitzen. Damit würde sich die Halle schlagartig füllen. „Es kann sich nur noch um Stunden handeln“, heißt es gegenüber der JF.

In der Halle wurde bislang nicht kommuniziert, wann es losgeht und auf wie viele Mitglieder man noch warte. Ein Mitglied kritisierte, daß es wenig professionell ablaufe und er sich Klarheit wünscht.

Bild aus einem AfD-Bus. Foto: ZVG

10.44 Uhr: Auf der blockierten B49 droht nun doch keine Eskalation mehr. Mehrere Polizeiwagen drehen um und überlassen den Blockierern das Feld.

10.37 Uhr: Auf der blockierten B49 fährt nun die Polizei mit einem Großaufgebot auf. Hier dürfte die Situation gleich eskalieren.

10.30 Uhr: Die Straßenblockade auf der B49 wird weiter ausgebaut. Jetzt werden auch Straßenschilder auf die Fahrbahn geschleppt. Von der Polizei ist bisher noch nichts zu sehen.

10.23 Uhr: In der Halle fehlen weiterhin mindestens die Hälfte der erwarteten AfD-Mitglieder. Viele stecken noch in blockierten Bussen auf den Zufahrtsstrecken fest und sind nicht einmal im Raum Gießen. Der designierte Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm ist nicht vor Ort, ebenso die übrigen aussichtsreichen Kandidaten. Die jungen AfD-Mitglieder vertreiben sich die Zeit an den Ständen oder mit Kaffee, während aus dem Raucherbereich der dumpfe Sound des Gegenprotests herüberdringt.

Drinnen spricht man vor allem über die Lage draußen. Genannt werden Baumstämme auf Straßen und eingeschlagene Fenster. Eine Teilnehmerin sagte der JUNGEN FREIHEIT, sie habe auf der Anreise Angst gehabt und sorge sich, wie sie am Abend wieder nach Hause komme.

Gegenüber der Presse sind die Organisatoren der AfD wenig auskunftsfreudig. Wie viele Mitglieder bereits akkreditiert sind und wie viele noch draußen feststecken möchte man gegenüber der JF nicht kommentieren.

10.20 Uhr: Unglaubliche Bilder von der B49. Seelenruhig verbarrikadieren Linksextreme die Straße mit Bäumen.

Die Polizei ist nicht in Sicht.

10.08 Uhr: Hunderte AfD-Anhänger warten noch außerhalb der Stadt, um zum Veranstaltungsort durchgelassen werden. Sie werden nun nach JF-Informationen alle an einen Treffpunkt gelotst und sollen von dort dann von der Polizei zur Halle eskorttiert werden.

Wartende AfD-Anhänger. Foto: ZVG

10.00 Uhr: Nicht nur Straßen werden blockiert, einige AfD Gegner haben sich auch von einer Brücke abgeseilt.

9.50 Uhr: Die Zahl der blockierten Straßen steigt weiter an. Derzeit sollen 19 Zufahrtswege in die Innenstadt von Gegendemonstranten blockiert werden. An einigen Stellen kontrollieren sie nun, wer nach Gießen darf.

Nachricht des linksextremen Bündnis „Widersetzen“. Foto: Screenshot JF9.40 Uhr: Hämisch kommentiert die linksextreme Szene die Weigerung der Polizei, Blockaden aufzulösen. Alle Brücken in der Stadt sind derzeit in der Hand der AfD-Gegner. Nichts geht mehr.

9.35 Uhr: Ein Sprinter blockiert die Zufahrt zum Bahnhof. Wer durchgelassen wird, entscheiden jetzt die AfD-Gegner.

9.30 Uhr: Eigentlich sollte die Polizei die Zufahrtswege zur Halle kontrollieren. Doch die Aufgabe haben mittlerweile die AfD-Gegner übernommen. Die Polizei bestätigt, daß willkürlich Fahrzeuge angehalten und attackiert werden.

9.25 Uhr: Die Polizei ist nicht nur zu Land und in der Luft unterwegs. Auch auf der Lahn patrouillieren Polizeiboote. In der Innenstadt setzt sich unterdessen eine von den Gewerkschaften angemeldete Demonstration in Bewegung. Bis zu 30.000 Teilnehmer erwartet die Polizei dabei.

Polizeiboot auf der Lahn. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Martin Meissner
Die Halle ist bisher noch ziemlich leer. Foto: Joachim Paul
Die Halle ist bisher noch ziemlich leer. Foto: Joachim Paul

9.22 Uhr: Rund 1.000 AfD-Mitglieder werden erwartet, doch davon ist bisher nur ein Bruchteil in die Halle gelangt. Videos zeigen wie ein Auto mit jungen AfD-Anhängern an einer Straßenblockade mit Steinen beworfen wird.

9.15 Uhr: Auch auf der Bundesstraße eskaliert die linke Gewalt. Um zu verhindern, daß hunderte Vermummte zur Halle durchbrechen, werden nun auch Wasserwerfer eingesetzt.

9.10 Uhr: Massive Gewalt gegen anreisende AfD-Mitglieder: Ein Video zeigt, wie ein Auto mit mehreren Insassen von Linksextremen mit Steinen attackiert wird. Auch die Polizei bestätigt, daß es zu Angriffen auf Autos kommt.

9.05 Uhr: Während es an den Blockaden in der Nähe der Halle derzeit halbwegs ruhig ist, eskaliert die Situation in der Umgebung. Als vermummte AfD-Gegner auf der Bundesstraße eine Polizeikette durchbrechen wollen, eskaliert die Situation. Die Polizei läßt sich abdrängen.

9.00 Uhr: Voll ist es in der Messehalle bisher nur im Bereich für die Presse. Allein der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist mit mehreren Dutzend Mitarbeitern vor Ort. Mangel gibt es dagegen noch an AfD-Mitgliedern. Rund 200 haben es in die Halle geschafft, allerdings waren die meisten auch schon vor 5 Uhr an der Halle. Insgesamt rechnet die AfD mit rund 1.000 jungen Mitgliedern.

8.50 Uhr: Am Brennpunkt bei der Adenauer-Brücke stehen sich weiter vermummte AfD-Gegner und Polizisten gegenüber. Die Polizei ist mit einem Wasserwerfer vor Ort und kündigt an, den auch einzusetzen, sollte es zu Angriffen kommen.

8.45 Uhr: Fragen will die Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Janine Wissler lieber nicht beantworten. Sie mischt sich schnell wieder unter die vermummten Gegendemonstranten.

8.40 Uhr: Auch die Linkspartei ist vor Ort. Die Bundestagsabgeordnete Janine Wissler mischt sich unter die vermummten AfD-Gegner in der Nähe einer Straßenblockade. Auf ihrer Weste steht „Parlamentarischer Beobachter“. Das ist allerdings kein offizieller Titel.

Janine Wissler und vermummte Linksextremisten. Foto: JF

8.35 Uhr: Ein Sprecher der Polizei gibt Auskunft über den aktuellen Stand des Einsatzes. Er spricht von tausenden Gegendemonstranten und zahlreichen Blockaden. Er geht davon aus, daß die AfD-Veranstaltung wie geplant stattfinden kann. Er bestätigt Angriffe auf die Polizei. Ansonsten sei die Lage aber so, wie sie erwartet worden sei.

8.32 Uhr: Die Lage in der Stadt beruhigt sich etwas. Das liegt vor allem daran, daß die Blockaden rund um die Messehalle derzeit nicht von der Polizei geräumt werden. An mindestens elf Stellen stehen sich jetzt Beamte und AfD-Gegner gegenüber. Nach Informationen der JF wollen die Sicherheitskräfte demnächst einen neuen Versuch starten, AfD-Mitglieder zur Halle zu geleiten.

8.25 Uhr: Seit fast zwei Stunden sind keine AfD-Mitglieder mehr bei der Halle angekommen. Es sieht auch nicht danach aus, als würde sich das schnell ändern. Mindestens elf Blockaden gibt es derzeit, die nicht von der Polizei geräumt werden und eine Anreise zur Gießener Messehalle unmöglich machen. Es kam bereits zu mehrere Angriffen auf Polizisten, auch Steine wurden geworfen. Bisher ist noch nicht abzuschätzen, wie viele AfD-Gegner sind in der Stadt aufhalten. Es dürften aber einige Zehntausend sein. Viele von ihnen sind vermummt.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Stadt. Darunter auch Pferdestaffeln, Räumpanzer und Wasserwerfer. Bisher setzt sie allerdings vor allem auf Deeskalation. Derzeit wird vor allem auf die Adenauer-Brücke geschaut, wo sich einige Hundert Gegendemonstranten und die Polizei gegenüberstehen. Auch Drohnen und Hubschreiber sind zu sehen.

Blick auf die Adenauer-Brücke. Foto: Polizei Mittelhessen

 

8.16 Uhr: Während einige Polizisten noch freundlich mit den AfD-Gegner sprechen, werden ihre Kollegen nicht weit entfernt massiv angegriffen. Dutzende Linke versuchen, eine Polizeikette zu durchbrechen.

8.12 Uhr: Freundliches Geplänkel zwischen Polizei und AfD-Gegnern. Anstatt Blockaden zu räumen, sucht die Polizei erst einmal das Gespräch.

8.10 Uhr: Nach Angaben des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“ gibt es derzeit mindestens elf Blockaden in der Stadt. Die Gruppierung, die bereits im Vorfeld zu Gewalt aufrief, wurde von der Linkspartei noch vor wenigen Tagen in den Bundestag eingeladen.

Karte von „Widersetzen“ mit den Blockasen. Screenshot: JF

8.02 Uhr: Überall aus Gießen erreichen uns die gleichen Bilder. AfD-Gegner besetzten Straßen und Brücken, während die Polizei zuschaut.

7.58 Uhr: Die Sicherheitskräfte melden weitere Versuche, Polizeiketten zu durchbrechen. Bisher haben die AfD-Gegner mit ihrer Strategie Erfolg. Obwohl rund 6.000 Beamte im Einsatz sind, sind alle Wege zur Halle versperrt.

7.54 Uhr: Nicht nur Busse werden genutzt, um die Zufahrtswege zu blockieren. Einige AfD-Gegner kleben sich auch auf Straßen fest.

7.46 Uhr: In der Stadt wurden, auch auf offiziellen Werbeflächen, Plakate aufgehängt, die die jungen AfD-Mitglieder in die Näher der Hitlerjugend rücken.

Anti-AfD-Plakate in Gießen. Foto: JF

7.45 Uhr: Die Blockaden der AfD-Gegner zeigen Wirkung. Seit rund einer Stunde sind keine Parteimitglieder mehr an der Halle angekommen. Unterdessen fahren in der Stadt erste Wasserwerfer auf.

Wasserwerfer der Polizei in Gießen. Foto: JF

7.40 Uhr: Bürgerkriegsähnliche Szenen in und um Gießen. Auf einer Bundesstraße versuchen AfD-Gegner, Polizeiketten zu durchbrechen. Die Beamten reagieren mit Schlagstöcken und Pfefferspray.

7.35 Uhr: Nun bestätigt die Polizei erste Steinwürfe auf die Beamten. Von Festnahmen ist bisher nicht bekannt. „MAn will deeskalieren“, schildert ein JF-Reporter.

7.30 Uhr: Überall die gleichen Bilder: Linksextremisten blockieren die Straßen, die Polizei ist nicht zu sehen.

7.25 Uhr: Die Polizei wird der Lage nicht mehr Herr. Überall Blockaden. Laut Berichten der Sicherheitsbehörden sind bereits tausende Randalierer unterwegs.

Größte Sorge der Polizei ist bisher die Gesundheit der Gegendemonstranten.

7.20 Uhr: Die Polizei ist schon jetzt hoffnungslos überfordert. „Wir sollen uns jetzt allein zur Halle auf den Weg machen“, sagt AfD-Mitglied Wendelin Fessel. Einen Schutz durch Beamte werde es nicht mehr geben.

7.15 Uhr: Der Plan der Polizei, die AfD-Mitglieder zur Halle zu geleiten, ist schon jetzt gescheitert. Es ist kein Durchkommen mehr. Die noch in der Anreise befindlichen Mitglieder müssen sich jetzt offenbar allein zur Halle durchschlagen. Starten kann der AfD-Kongreß erst, wenn 300 junge Mitglieder anwesend sind. Bisher haben es nur 200 zum Veranstaltungsort geschafft.

7.10 Uhr: Verliert die Polizei schon jetzt die Kontrolle? Überall um die Stadt herum besetzten AfD-Gegner die Land- und Bundesstraßen. Es ist kaum noch ein Durchkommen.

7.05 Uhr: Nicht nur junge AfD-Mitglieder sind heute in Gießen, auch viele ältere Funktionäre reisen an. Darunter auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich. Er sei störungsfrei zur Halle durchgekommen berichtet er, der JF. Der Polizei wünscht er alles Gute.

Vor Ort ist auch Joachim Paul. Der Landtagsabgeordnete wurde deutschlandweit bekannt, nachdem die Stadt Ludwigshafen ihm verweigerte, als Bürgermeisterkandidat in Ludwigshafen anzutreten. „Wir wünschen uns Parteitage, bei denen wir nicht von der Polizei geschützt werden müssen“, sagt er der JF.

7.03 Uhr: Auf der Autobahn geht nichts mehr. Linksextremisten haben unter den Augen der Polizei die Fahrspuren besetzt. Nichts geht mehr, berichtet Nius.

6.52 Uhr: Immer mehr Linksextremisten versuchen, die Wege zur Halle zu blockieren und attackieren dabei die Polizei. Die Beamten reagieren sofort. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen.

6.47 Uhr: Die Polizei berichtet von ersten Angriffe der AfD-Gegner. Diese versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Ein Beamter soll dabei verletzt worden sein. Zudem werden die Busse genutzt, um ganze Straßenabschnitte zu sperren.

6.45 Uhr: Noch immer kommen Gegendemonstranten am schon jetzt überfüllten Bahnhofsvorplatz an. Die Stimmung ist angespannt.

Überfüllter Platz vor dem Bahnhof. Foto: JF

6.42 Uhr: Erste AfD-Mitglieder berichten der JF, daß sie nicht mehr zu Halle durchkommen. Straßen seien blockiert und die Polizei bisher noch nicht vor Ort.

6.40 Uhr: Am Hauptbahnhof Gießen geht es schon hoch her. Es ist kaum noch Platz und tausende Gegendemonstranten versammeln sich. Von hier aus soll die Hauptkundgebung starten.

6.36 Uhr: Auch pro-palästinensische Linksextremisten und Moslems sind vor Ort, um die Gründung einer Jugendorganisation der AfD in Deutschland zu verhindern.


6.32 Uhr: JF-Reporterin Lena berichtet von den ersten Eindrücken von der Gegendemonstration in der Innenstadt. Viele AfD-Gegner haben sich bereits vermummt.

6.27 Uhr: Die ersten Blockaden sind bereits im Gange. Im Visier der Linksextremisten ist vor allem die Autobahn.

6.20 Uhr: Auf den Straßen nach Gießen wird es voll. Gruppen von Linksextremisten werden von der Polizei aus den Bussen geholt und nun in die Stadt begleitet.

6.18 Uhr: Vor dem Bahnhof in Gießen sammeln sich die Anhänger der linksextremen Szene. Sie wollen gleich in Richtung der Messehallen starten. Einige Hundert dürften schon vor Ort sein.

6.10 Uhr: Bisher kommt noch niemand in die Halle. Ein junges Mitglied der AfD hofft auf einen schnellen Beginn der Versammlung. Hätte er mal ne Jacke mitgenommen.

6.08 Uhr: Jean-Pascal Hohm, designierter Chef der neuen AfD-Jugend, zeigt sich gegenüber der JUNGEN FREIHEIT bisher entspannt: „Wir sind optimistisch, dass die Polizei unsere Versammlungsfreiheit gewährleisten kann.“ Hohm weiter: „Allen eingesetzten Polizeibeamten wünsche ich von Herzen, dass sie den Tag ohne Verletzungen überstehen und abends gesund zu ihren Liebsten zurückkehren können.“

6.05 Uhr: Und schon geht es rund. Die ersten Pyros werden gezündet und Demonstranten rennen über die Autobahn in Richtung des AfD-Veranstaltungsortes, berichtet JF-Influencerin Lena.

5.57 Uhr: Die Neunziger wollen ihre Musik zurück. Der „Adenauer-Bus“ des „Zentrums für politische Schönheit“ dreht die Boxen auf. Doch er bespaßt damit wohl nur die eigenen Anhänger. An der Halle ist nur ein leises Rauschen zu hören, berichtet JF-Reporter Sven Versteegen.

5.53 Uhr: Wenig Freude am Polizeieinsatz haben schon jetzt die Anhänger des linksextremen „Zentrums für politische Schönheit“. Daß die Polizei sie nicht direkt zur Halle durchläßt, sorgt für Wut und Empörung.

5.50 Uhr: Die Autobahnzufahrt nach Gießen ist derzeit von Bussen mit Gegendemonstranten blockiert. Von dort an, geht es nur noch zu Fuß weiter. Es kommt dort niemand mehr durch.

5.45 Uhr: Die schon vor der Halle eingetroffenen jungen AfD-Mitglieder zeigen sich mit dem Polizeieinsatz bisher zufrieden. Aktuell gibt es noch keine Vorfälle, berichten sie der JF.

5.40 Uhr: Hunderte Busse mit Gegendemonstranten wurden angekündigt. Die ersten kommen bereits an. Doch die Polizei läßt sie nicht in die Innenstadt. Ab der Autobahnzufahrt heißt es: aussteigen und den Rest der Strecke laufen.

5.35 Uhr: Insgesamt 14 Bundesländer schicken Bereitschaftspolizisten nach Hessen, um den Kongreß der AfD zu schützen. Auch Bundespolizisten sind im Einsatz. Bereits am Vortag waren lange Fahrzeugkolonnen der Polizei auf den Autobahnen nach Gießen zu sehen.


5.30 Uhr: Der Bahnhof in Gießen könnte heute zum Nadelöhr werden. Die ersten Gegendemonstranten sammeln sich dort bereits.

5.25 Uhr: Ein Grüppchen von Bundestagsabgeordneten steht seit 30 Minuten vor der Halle. „Voller Vorfreude“, sagt Stephan Protschka, der auch Landeschef der AfD in Bayern ist, der JUNGEN FREIHEIT.

AfD-Bundestagsabgeordnete warten vor der Halle. Foto: JF

5.20 Uhr: Die Messehallen, in denen der AfD-Gründungskongreß stattfindet, sind weiträumig abgesperrt. Die Halle selbst wird mit Stacheldraht gesichert.

5.15 Uhr: Die ersten AfD-Mitglieder sind bereits an der Halle eingetroffen. Insgesamt werden rund 1.000 Parteimitglieder erwartet, darunter auch die Partei- und Fraktionsvorsitzende Alice Weidel.

Die ersten AfD-Mitglieder sind bereits um 5 Uhr an der Halle eingetroffen. Foto: JF

5.10 Uhr: Die Stadt gleich bereits einen Hochsicherheitstrakt. Auch berittene Polizisten sind schon im Einsatz.

Polizeiwagen in Gießen: 6.000 Beamte sind im Einsatz. Foto: JF

5.08 Uhr: An den Zugängen zur Halle haben sich bereits Fotografen der gewaltbereiten Antifa positioniert. Unter den Augen der Polizei fotografieren sie bereits auch Journalisten ab. Die Aufnahmen landen nicht selten auf linksextremen Portalen, auf denen dann zu Gewalt gegen die Menschen aufgerufen wird.

5.05 Uhr: Vor allem die Gewerkschaften mobilisieren gegen die AfD-Jugendgründung und lassen sich das auch etwas kosten. „Für alle ver.di-Mitglieder aus NRW übernehmen wir die Kosten für das Busticket zu den Protesten! Einfach Ticket oder Beleg bei deinem zuständigen Bezirk oder direkt beim Landesbezirk einreichen. Der entsprechende Betrag für den regulären Ticketpreis wird euch dann erstattet“, heißt es von der „Dienstleistungsgewerkschaft“ Verdi. Beim „Widersetzen“ handelt es sich um eine Sammelbewegung und aus linken und linksextremen Gruppierungen, die im Vorfeld bereits zu Blockaden und Gewalt aufgerufen haben.

4.55 Uhr: AfD-Chefin Alice Weidel hatte die Gewaltaufrufe bereits im Vorfeld kritisiert. Sie sagte der dpa, ihr persönlich werde nichts passieren, „das weiß ich“, doch sie mache sich Sorgen um die Wege der Teilnehmer. „Ich mache mir immer Sorgen über die Wege, die unsere Leute gehen müssen“, erklärte sie und sprach von einem „reinen Spießrutenlauf“. Sie verwies auf die Schwierigkeiten zwischen Hauptbahnhof, Parkplätzen und den Zugängen zu den Hessenhallen.

Gewerkschaften, linke Parteien, Kirchen und andere Initiativen mobilisierten zu Protesten, während das Bündnis „Widersetzen“ Blockaden ankündigte. Sprecher Suraj Mailitafi sagte auf Einladung der Linkspartei im Bundestag, man werde „diese rechtsextreme Gründung verhindern“, dieses „rechtsextreme Kadertreffen in Gießen“ dürfe nicht stattfinden. Fraktionschefin Heidi Reichinnek kündigte an, Abgeordnete der Linksfraktion würden vor Ort sein.

Die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, neben Suraj Mailitafi von „Widersetzen“ im Bundestag: Blasen zum Protest. Foto: picture alliance/dpa | Elisa Schu
Die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, neben Suraj Mailitafi von „Widersetzen“ im Bundestag: Blasen zum Protest. Foto: picture alliance/dpa | Elisa Schu

Hessens Innenminister Roman Poseck verwies auf Gewaltaufrufe aus der linken Szene und verurteilte diese scharf. Weidel betonte, wäre ein Parteitag der Linkspartei von tausenden Rechtsextremen bedroht, „wäre die ganze Bundesrepublik in Empörung“.

4.50 Uhr: Der zunehmende Druck auf das Umfeld der Messe zeigte sich zuletzt auch wirtschaftlich. Mehrere Hotels (JF berichtete) und Unternehmen sagten Termine ab, verlegten Veranstaltungen oder brachen ihre Kooperation mit der Messe ab, nachdem linksextreme Gruppen zum Angriff auf die Betreiber aufgerufen hatten. Die Messe berichtete von einer auffälligen Häufung solcher Schritte im Zusammenhang mit der AfD-Jugendgründung. Mitarbeiter beschrieben in einem offenen Brief Bedrohungen und Beleidigungen gegen sich und ihre Familien (JF berichtete).

4.40 Uhr: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat das Sicherheitskonzept der Stadt Gießen bestätigt und damit die Entscheidung des Verwaltungsgerichts (JF berichtete) wieder aufgehoben. Nach dem Beschluß sind Demonstrationen in der Weststadt untersagt und dürfen nicht in den unmittelbaren Bereich der Hessenhallen verlagert werden. Die Stadt hatte argumentiert, die Flächen seien aus Sicherheitsgründen ungeeignet; der VGH folgte dieser Einschätzung.

Das Vermummungsverbot bleibt bestehen, ebenso das Verbot bestimmter Schutzausrüstungen. Die Kundgebung der Linkspartei sowie weitere Versammlungen müssen auf die zugewiesenen Ersatzflächen ausweichen, da Sicht- und Hörweite nach Gerichtsangaben weiterhin gewährleistet sind. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

4.30 Uhr: Für das Wochenende werden rund 5.000 bis 6.000 Sicherheitsbeamte aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen, wie die Polizei der JF mitteilte. Die Sicherung umfaßt weiträumige Absperrungen rund um die Hessenhallen. Zusätzlich sperrt die Stadt ab Freitagabend beide Lahnbrücken – die Sachsenhäuser Brücke und die Konrad-Adenauer-Brücke – für den allgemeinen Verkehr; passieren dürfen sie nur Anwohner mit Ausweisdokument. Auch mehrere Hauptstraßen bleiben vollständig gesperrt.

Als einzige Zufahrt in die Weststadt ist voraussichtlich nur die Krofdorfer Straße möglich. Die Stadt weist darauf hin, daß sich wegen der dynamischen Lage kurzfristige Änderungen ergeben können. Ab 6 Uhr starten die ersten Kundgebungen und Demonstrationszüge.

4.25 Uhr: Linksextreme Gruppen mobilisieren bundesweit nach Gießen. Das Bündnis Widersetzen organisiert Busanreisen, Sammelpunkte und Blockaden, um Delegierte am Zugang zu hindern. Auf dem linksextremen Portal Indymedia erschienen Gewaltaufrufe und Drohungen, bis hin zur Ankündigung, man wolle „die Stadt Gießen zum Brennen bringen“. Die Polizei rechnet mit zehntausenden Gegendemonstranten.

4.15 Uhr: Vor der Gründung liegt ein umfangreiches anonymisiertes Antragsbuch vor. Der Leitantrag des Bundesvorstands sieht den Namen „Generation Deutschland“ vor. Andere Anträge fordern „Jugend Germania“, ein Wappenlogo mit Kreuz und Adler oder die Rückkehr zur Bezeichnung Junge Alternative. Diese stammen nach JF-Informationen nicht aus dem Umfeld des designierten Bundesvorstandes. Weitere Initiativen wollen Entscheidungsrechte neu ordnen, das Delegiertensystem ersetzen oder auf eine Kurzbezeichnung wie „GD“ vorerst verzichten.

4.10 Uhr: Bei der neuen AfD-Jugendorganisation deutet nach JF-Informationen vieles auf einen weitgehend abgestimmten Personalvorschlag hin. Als Vorsitzender gilt der Brandenburger Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm, der den Namen „Generation Deutschland“ bevorzugt. Für die drei Stellvertreterposten werden nach JF-Informationen der Sachse Jan Richard Behr und der niedersächsische Kommunalpolitiker Adrian Maxhuni genannt, während in Nordrhein-Westfalen mehrere Bewerber antreten.

Ebenfalls nach JF-Informationen sind Lennard Scharpe als Schatzmeister, Reinhild Goes als stellvertretende Schatzmeisterin und Christopher Wiedenhaupt als Schriftführer vorgesehen. Für die acht Beisitzerposten liegen zahlreiche Kandidaturen aus mehreren Landesverbänden vor. Die JF berichtete bereits ausführlich über die Konsensliste.

4.05 Uhr: Unsere Reporter waren am Freitagabend in der Gießener Innenstadt unterwegs. Mehrere Geschäfte kündigten an, am Wochenende geschlossen zu bleiben, darunter auch Läden in der Fußgängerzone. Vor einem Blumenmarkt wies eine Tafel darauf hin, daß die Filiale am 29. und 30. November nicht öffnen werde. Ein benachbarter leerstehender Ladenraum war vollständig mit Pappe verbarrikadiert.

Abends in Gießen: Erst den Laden mit Pappe auskleben und dann Staubsaugen. Foto: Sven Versteegen/JF
Abends in Gießen: Erst den Laden mit Pappe auskleben und dann Staubsaugen. Foto: Sven Versteegen/JF

Auch gastronomische Betriebe reagierten. Der Imbiß „Icke wa“, spezialisiert auf Berliner Currywurst, bleibt am Wochenende geschlossen. Blöd für angereiste Studis aus der Hauptstadt. Auf dem Weihnachtsmarkt waren einzelne Buden bereits verriegelt oder vollständig verbaut. Ein Glühweinstand will auch am Samstag öffnen, allerdings nur mit Ausschank in Pappbechern. Für die links bis linksextremen Demonstranten gibt es damit immerhin etwas, das das Herz wärmt.

„Unser Geschäft bleibt am 29. & 30.11 geschlossen“: Blume 2000 in der Gießener Innenstadt. Foto: Sven Versteegen/JF
„Unser Geschäft bleibt am 29. & 30.11 geschlossen“: Blume 2000 in der Gießener Innenstadt. Foto: Sven Versteegen/JF

Am Bahnhof verteilten Gegendemonstranten Flugblätter an ankommende Reisende. Aktivisten des Bündnisses „Widersetzen“ sprachen Passanten an und forderten insbesondere junge Frauen auf, aufeinander aufzupassen. „Omas gegen Rechts“ warnten bereits im ICE vor angeblich gewaltbereiten AfD-Mitgliedern.

4.00 Uhr: In Gießen soll in wenigen Stunden der Gründungskongreß der neuen AfD-Jugend starten. Die JUNGE FREIHEIT begleitet die Entwicklungen in und außerhalb der Hessenhallen mit diesem Liveticker. Delegierte reisen seit dem frühen Morgen an, während Aufbau- und Sicherheitsteams ihre Arbeit aufnehmen. Zugleich bereiten zahlreiche linksextreme Gruppen ihre Gegenkundgebungen und Störaktionen vor, die im Laufe des Tages erwartet werden.

Jean-Pascal Hohm: Ist neuer Chef der AfD-Jugend. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Martin Meissner
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