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In Bussen und Bahnen: Polizeigewerkschaften kritisieren Faeser für Vorstoß zu Messerverbot

In Bussen und Bahnen: Polizeigewerkschaften kritisieren Faeser für Vorstoß zu Messerverbot

In Bussen und Bahnen: Polizeigewerkschaften kritisieren Faeser für Vorstoß zu Messerverbot

Drei Polizisten gehen über den Bahnsteig im Berliner Hauptbahnhof. Sie solle laut Innenministerin Faser ein geplantes Messerverbot durchsetzen.
Drei Polizisten gehen über den Bahnsteig im Berliner Hauptbahnhof. Sie solle laut Innenministerin Faser ein geplantes Messerverbot durchsetzen.
Die Polizei fühlt sich mit der Überwachung von Bussen und Bahnen überfordert – zu wenig Personal und Vorwürfe des „Racial Profiling“ erschweren die Arbeit Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE | Vladimir Menck/SULUPRESS.DE
In Bussen und Bahnen
 

Polizeigewerkschaften kritisieren Faeser für Vorstoß zu Messerverbot

Die beiden deutschen Polizeigewerkschaften zerpflücken Faesers Vorschlag zu einem Messerverbot in Bussen und Bahnen. Die Politik stelle mit dem Ablenkungsmanöver ihre ganze Hilflosigkeit unter Beweis.
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BERLIN. Die Polizeigewerkschaften haben das von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) geplante Messerverbot in Bussen und Bahnen kritisiert. Die Beamten hätten für derartige Kontrollen zu wenig Personal, monierten sowohl der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Roßkopf, sowie der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Heiko Teggatz, wie die Welt berichtete. Nötig seien aufgrund der steigenden Gefahr Dreierstreifen, doch der Bundespolizei fehlten „seit Jahren“ um die 3.500 Mitarbeiter an den Bahnhöfen.

Laut Roßdorf erschwere der Vorwurf von „Racial Profiling“ die Befragung von ausländischen und migrantischen Verdächtigen. Auch die Kameraüberwachung sei an vielen Orten technisch unausgereift: „Es gibt generell viele Schmuddelecken, die unbeobachtet bleiben“, mahnte er.

Teggatz zufolge sind für die Sicherheit in Bussen und Zügen die Verkehrsunternehmen zuständig und nicht die Polizei aus Bund und Ländern. „Das sollte eine Bundesinnenministerin wissen.“ Für ihn betreibe die SPD-Politikerin mit dem Vorschlag ihren hessischen Landtagswahlkampf.

Polizei wertet Vorstoß zu Messerverbot als Ablenkungsmanöver

Harte Kritik kommt auch vom Landesvorsitzenden der bayerischen DPolG, Jürgen Köhnlein. Faesers Forderungen zeigten die „Hilflosigkeit der Politik, wenn es zu schlimmen Straftaten kommt.“ Die Politik versuche es mit „Besänftigung durch Ablenkung“, anstatt etwas gegen die wahre Ursache, die Gewaltbereitschaft, zu unternehmen. In Bussen und Bahnen existiere ohnehin bereits ein Messerverbot. „Was da ein zusätzliches Messerverbot nach dem Waffengesetz bewirken soll, ist nicht ersichtlich“, bemerkte Köhnlein. Er schlug vor, ein greifbares Lagebild über Messerangriffe zu erstellen. Aktuell habe das Lagebild noch zu viele Lücken.

Es sei jetzt schon eine schwere Straftat, mit einem Messer einen Menschen zu verletzen oder zu töten, sagte der Sprecher der GdP Berlin, Benjamin Jendro. „Wenn man das verhindern möchte, reden wir über Sicherheitskontrollen wie bei Flugreisen.“ (ca)

Die Polizei fühlt sich mit der Überwachung von Bussen und Bahnen überfordert – zu wenig Personal und Vorwürfe des „Racial Profiling“ erschweren die Arbeit Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE | Vladimir Menck/SULUPRESS.DE
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