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Stuttgart: Hauseigentümer kündigt Bewohnern – um Flüchtlinge unterzubringen

Stuttgart: Hauseigentümer kündigt Bewohnern – um Flüchtlinge unterzubringen

Stuttgart: Hauseigentümer kündigt Bewohnern – um Flüchtlinge unterzubringen

Kündigung des Mietvertrags (Symbolbild): In Stuttgart müssen 115 Bewohner eines Apartmentkomplexes bis Ende September ausziehen
Kündigung des Mietvertrags (Symbolbild): In Stuttgart müssen 115 Bewohner eines Apartmentkomplexes bis Ende September ausziehen
Kündigung des Mietvertrags (Symbolbild): In Stuttgart müssen 115 Bewohner eines Apartmentkomplexes bis Ende September ausziehen Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten
Stuttgart
 

Hauseigentümer kündigt Bewohnern – um Flüchtlinge unterzubringen

115 Bewohner eines Stuttgarter Apartmentgebäudes stehen im kommenden Monat ohne Wohnung da. Der Vermieter hat ihnen Ende August kurzfristig gekündigt – um ukrainische Flüchtlinge in dem Haus unterzubringen, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete. Eigentümer des sogenannten Boardinghouses im Stadtteil Weilimdorf ist die Eigentümergemeinschaft Dobler & Dr. Dobler. Aktuell leben dort vorwiegend Migranten. Manche von ihnen erhalten ihr Geld vom Jobcenter, andere arbeiten für einen Paketdienst.

Eigentlich laufen ihre Mietverträge „auf unbestimmte Zeit“. Die Eigentümer scheinen nun aber ein Schlupfloch gefunden zu haben. In dem als Beherbergungsbetrieb gemeldeten Apartmentkomplex ist dauerhaftes Wohnen untersagt. Deshalb hätten laut dem Vermieter gar keine Verträge dieser Art geschlossen werden dürfen.

Stadt könnte Ukrainer zu horrenden Preisen unterbringen

Bei den „Mikro“-Wohnungen handelt es sich um 20 Quadratmeter kleine, teilmöblierte Zimmer. Kosten: 570 Euro warm. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt in Stuttgart laut dem Blatt eigentlich bei 10,34 Euro. Wenn die derzeitigen Bewohner ausziehen, würden 100 Wohnungen für Ukrainer frei. Die monatlichen Kosten übernähme die Stadt.

Kritik an dem Vorgehen kommt vom Vorsitzenden des DMB-Mietervereins Stuttgart, Rolf Gaßmann. Die Stuttgarter Verwaltung drohe sich zum „Gehilfen für ungerechtfertigte Kündigungen“ zu machen und schüre damit potenziell Sozialneid und Haß auf Flüchtlinge. Zudem liefere sie Rechten Argumente für ihre Hetze, bemängelte er. Den aktuellen Bewohnern bleibe nur, Schadensersatz einzuklagen, wofür vielen allerdings das Geld fehle. Ansonsten müssen die Migranten das Feld für andere Migranten räumen. (zit)

Kündigung des Mietvertrags (Symbolbild): In Stuttgart müssen 115 Bewohner eines Apartmentkomplexes bis Ende September ausziehen Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten
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