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Einschränkungen geplant: Energielockdown: Deutschland, ein Winter-Albtraum

Einschränkungen geplant: Energielockdown: Deutschland, ein Winter-Albtraum

Einschränkungen geplant: Energielockdown: Deutschland, ein Winter-Albtraum

Kommt nach dem Corona- jetzt der Energielockdown? Auch Weihnachtsmärkte könnten wieder verboten werden.
Kommt nach dem Corona- jetzt der Energielockdown? Auch Weihnachtsmärkte könnten wieder verboten werden.
Kommt nach dem Corona- jetzt der Energielockdown? Auch Weihnachtsmärkte könnten wieder verboten werden. Foto: picture alliance/dpa | Malte Krudewig
Einschränkungen geplant
 

Energielockdown: Deutschland, ein Winter-Albtraum

BERLIN. Geschlossene Bibliotheken, keine Weihnachtsbeleuchtung, Verbot von Flutlicht auf Sportplätzen, gesperrte Schwimmhallen, unbeheizte Kirchen: Deutschland steuert auf den Energielockdown zu. Nach zweieinhalb Jahren Corona-Einschränkungen steht der nächste Grusel-Winter vor der Tür.

Einige Kommunen haben schon angekündigt, das Flutlicht auf Sportplätzen auszuschalten. Damit solle nicht nur Energie gespart, sondern auch ein Zeichen gesetzt werden. Folge: Die Trainings von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden ausfallen müssen, denn die finden am Nachmittag statt. Und da ist es ohne Beleuchtung im Winter zu dunkel. Ohne Training kein Wettkampf. Daher könnten auch wieder – wie in den Corona-Jahren – die Sportveranstaltungen am Wochenende ausfallen, selbst wenn dafür kein Flutlicht nötig ist.

DFB fordert: „Kein Energielockdown!“

Der DFB schlägt schon länger Alarm: „Nach dem Corona-Lockdown und dem faktischen Sportverbot darf es keinen Energie-Lockdown geben“, verlangt Vizepräsident Hermann Winkler. In der Oberliga Süd des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) fiel bereits ein Spiel ausgefallen, weil die Stadt Eilenburg das Flutlicht abgeschaltet hatte. Er erwarte, so Winkler, Rückendeckung von der Politik, „wenn es um das Sporttreiben, besonders von Kindern und Jugendlichen geht, aber auch für den Spielbetrieb in Regional- und Oberliga“.

Schon jetzt sind in den Hallenbädern die Wassertemperataturen um zwei Grad so gesenkt worden, daß Schwimmkurse ausfallen müssen. Betroffen sind auch hier wieder vor allem Kinder. Denn die brauchen 28 Grad im Wasser. Auch Rheumapatienten benötigen warmes Wasser. Nach Angaben der Rheuma-Liga nahmen vor Corona rund 200.000 Patienten an Wassertherapien teil. Bei Temperaturen unter 28 Grad habe das Training keinen Sinn, heißt es vom Verband. Die DLRG sagt, der „Ausbildungsstau“ beim Schwimmenlernen, der mit den Corona-Einschränkungen seit Frühjahr 2020 begonnen habe, werde sich weiter verschlimmern.

Keine Weihnachtsbeleuchtung

Mehrere Städte und Gemeinden haben bereits jetzt entschieden, die Weihnachtsbeleuchtung auf den Einkaufsstraßen in dieser Adventszeit gar nicht erst anzubringen. Ob auch erneut Weihnachtsmärkte verboten werden, ist noch unklar. Die Lebensfreude in der dunklen Jahreszeit wird erneut auf ein Minimum reduziert. Die Menschen werden zuhause bleiben müssen. Doch die Temperatur in den Wohnungen soll zumindest in den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften gedrosselt werden. Von maximal 20 Grad ist die Rede.

Auch die Bibliotheken sind zum Energiesparen angehalten. Daher sollen laut Bibliotheksverband Schließtage eingeführt werden, in denen die Räume nicht geheizt und beleuchtet werden. Mehrere Unibibliotheken haben laut Welt bereits entschieden, die Öffnungszeiten einzuschränken und an den Wochenenden nicht mehr aufzumachen. Betroffen sind hauptsächlich Studenten, die schon in der Corona-Zeit nicht in die Unis und Büchereien durften.

Die Kirchen sollen zwar offenbleiben, aber nicht mehr beheizt werden – eine Zumutung besonders für ältere Gläubige. Mehrere Bistümer haben das Papier „Verantwortungsbewußtes Temperieren von Kirchen“ herausgegeben. Darin wird empfohlen, nicht mehr zu heizen. Besucher sollten „Decken und/oder Kissen“ erhalten. Dies biete die „Chance, Energie und Kosten zu sparen und damit zum Wohl der Gesellschaft, der Umwelt und der finanziellen Handlungsfähigkeit beizutragen“. (fh)

Kommt nach dem Corona- jetzt der Energielockdown? Auch Weihnachtsmärkte könnten wieder verboten werden. Foto: picture alliance/dpa | Malte Krudewig
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