Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke: Mit einer Frauenquote bei den Christdemokraten erreiche man das Gegenteil von Gleichberechtigung
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke: Mit einer Frauenquote bei den Christdemokraten erreiche man das Gegenteil von Gleichberechtigung Foto: picture alliance / Jens Krick / Flashpic

Anteil weiblicher Mitglieder
 

CDU-Politikerin Schimke fordert „Inhalte statt Frauenquote“

BERLIN. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke hat sich gegen eine Frauenquote in ihrer Partei ausgesprochen. Mit einer solchen erreiche man das Gegenteil von Gleichberechtigung, kritisierte sie im Gespräch mit der Bild-Zeitung.

Eine Quote halte sie etwa in einem paritätisch besetzten Firmen für sinnvoll. Börsennotierte Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern müssen bereits mindestens eine Frau im Vorstand aufweisen, wenn dieser mehr als drei Mitglieder hat. In einer Partei mit einem Frauenanteil von 25 Prozent sei es hingegen nicht möglich, solche Regelungen umzusetzen, sagte Schimke.

Bei der Debatte um den Anteil des weiblichen Geschlechts bei den Christdemokraten rückten „tatsächlich wichtige Fragen“ in den Hintergrund. Die Diskussion um die künftige Führungsmannschaft der CDU zeige einmal mehr, wie sehr sich die Partei bereits auf das Thema eingeschossen habe.

Frauen setzten andere Prioritäten

„Frauen sind heute selbstverständlich in allen Bereichen unseres Lebens vertreten – mal mehr, mal weniger.“ Entscheidend sei die Frage, weshalb die CDU eine so geringe Zahl weiblicher Mitglieder in entsprechenden Positionen mit Sichtweite aufwiesen. Grund dafür sei auch „eine andere Prioritätensetzung“ der Frauen, machte Schimke deutlich.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU), hatte Ende Oktober in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung für eine Frauenquote in ihrer Partei plädiert. Auch wenn diese „Krücken und Brücken“ seien, müsse damit der Weg hin zur Normalität einer gleichen Repräsentation von Männern und Frauen in der Politik gepflastert werden. Auch Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) pflichtete ihr bei und befrüchtete, die Christdemokraten würden es ohne eine Quote „nicht schaffen“. (zit)

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