Conservare Communication „Grüner Mist“ – nein danke! #GrünerMist 2021
Neue Einfamilienhäuser: „Freiheit bedeutet auch, die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, wie man wohnen möchte“
Neue Einfamilienhäuser: „Freiheit bedeutet auch, die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, wie man wohnen möchte“ Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg

„Verbrauchen viel Fläche und Energie“
 

Politiker streiten über Bau von Einfamilienhäusern

BERLIN. Linksparteichef Bernd Riexinger hat einen Bewußtseinswandel beim Bau von Einfamilienhäusern gefordert. „Man muß den Flächenverbrauch reduzieren, aus sozialen Gründen und aus Gründen des Klimaschutzes“, sagte Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Man könne deshalb nicht mehr so weitermachen wie bisher.

„Wir sollten stattdessen in den Städten verdichten und Grundstücke so bebauen, daß mehr Wohnungen rauskommen – vor allem mehr bezahlbare Wohnungen“, ergänzte der Linkenpolitiker. Unterdessen haben die Grünen Vorwürfe zurückgewiesen, sie wollten den Bau von Einfamilienhäusern pauschal verbieten. „Die Behauptungen sind falsch“, sagte ein Parteisprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

„Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen wichtig – dazu gehört auch das Einfamilienhaus. Das wird es auch in Zukunft geben – so wie Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser, Mietshäuser“, verdeutlichte der Sprecher. Was aber wo gebaut werde, entschieden die Kommunen vor Ort.

Hofreiter sieht Einfamilienhäuser skeptisch

Zuvor hatte sich Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter im Spiegel skeptisch über Einfamilienhäuser geäußert. „Einparteienhäuser verbrauchen viel Fläche, viele Baustoffe, viel Energie, sie sorgen für Zersiedelung und damit auch für noch mehr Verkehr.“ Um zu verhindern, daß neue Baugebiete in ländlichen Regionen vor allem an Ortsrändern entstehen, plädierte er für mehr Rechte für Kommunen.

Dafür ernteten die Grünen scharfe Kritik. Die Haltung der Grünen sei „von gestern“, sagte Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Montag der Neuen Westfälischen. Es zeige „einmal mehr, daß sie einfach ein Problem mit Eigentum haben“. Scharrenbach lehnt politischen Druck auf Besitzer von Einfamilienhäusern oder Personen, die ein solches bauen wollen, ab. „Freiheit bedeutet auch, die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, wie man wohnen möchte.“

„Gestörtes Verhältnis zum Eigentum“

Ähnlich hatte sich zuvor der thüringische CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte geäußert. „Anton Hofreiter zeigt wieder einmal exemplarisch für die Grünen deren gestörtes Verhältnis zum Eigentum und der Lebensrealität im ländlichen Raum“, sagte er der Bild-Zeitung. „Von Privateigentum und den Träumen von Millionen von Familien hat die politische Linke noch nie etwas gehalten. Weiter geht es Richtung grüne Verbotspartei mit dem Einfamilienhaus als Feindbild.“

Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Kai Warnecke, sprach von „reiner Ideologie“. Die Grünen wollten, „daß alle Bürger gleich wohnen“, kritisierte Warnecke gegenüber dem Blatt.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel sprach von einem „grün-sozialistischer Angriff auf das Eigenheim“. Die Politikerin teilte am Montag mit: „„Die grüne Verbotspartei hat wieder zugeschlagen, und die Betonsozialisten sind sofort begeistert. Das Einfamilienhaus im Grünen ist der Traum der hart arbeitenden Mittelschicht in unserem Land, die sich von den Früchten ihrer Arbeit Wohlstand und Freiraum erhofft.“ (ls)

Neue Einfamilienhäuser: „Freiheit bedeutet auch, die Freiheit zu haben, selbst zu entscheiden, wie man wohnen möchte“ Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles