Joachim Kuhs
Wie hier im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz zerstört das Hochwasser ganze Ortschaften Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
Wie hier im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz zerstört das Hochwasser ganze Ortschaften Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Tote und Verwüstungen
 

Hochwasserkatastrophe für Wahlkampf mißbraucht: Grünen-Politiker löscht Tweet

BERLIN. Nach der Hochwassertragödie mit bislang mehr als 40 Toten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat der Grünen-Politiker Konstantin von Notz einen polemischen Tweet zu der Katastrophe gelöscht.

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„Ich habe gestern Abend politisch scharf zum Hochwasser und zum Klimawandel getwittert. Angesichts der schlimmen Lage wie sie sich aktuell darstellt, habe ich den Tweet gelöscht. Eine solche Situation eignet sich für polemische Tweets überhaupt nicht“, zeigte sich von Notz auf Twitter einsichtig.

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Mittlerweile gelöschter Tweet des Grünen-Abgeordneten Konstantin von Notz Foto: JF

Am Mittwoch abend hatte Notz ein Foto mit einem in Geröll und Wassermassen versinkenden Auto im nordrhein-westfälischen Hagen auf Twitter gepostet. Dazu schrieb er: „CDU: Kein Tempolimit! / FDP: Der Markt + synthetische Kraftstoffe regeln das / SPD: Can’t touch this: Kohle + Nordstream2 / Die Linke: Was’n jetzt mit Sahra? / Grüne: Klimaschutz Prio Stufe 1“.

Dafür erntete der Grünen-Politiker teils heftige Empörung. Zahlreiche Nutzer warfen ihm vor, das Unglück parteipolitisch für den Wahlkampf seiner Partei zu mißbrauchen. Am frühen Donnerstag nachmittag reagierte von Notz auf die Kritik und löschte seinen Tweet.

Bundeskanzlerin erschüttert

Nach heftigen Regengüssen und Unwettern war es Mittwoch abend und in der Nacht auf Donnerstag zu einer Hochwasserkatastrophe gekommen. Bis zum Donnerstag nachmittag erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf 42.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich erschüttert über die Katastrophe „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen“, teilte sie über Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, wies am Morgen im Sender n-tv daraufhin, daß es bei den Unwettern einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gebe. „Das sind schon Auswirkungen der Klimakatastrophe und das ist ein weiterer Aufruf sich klarzumachen: Das ist schon da, das ist schon hier bei uns“, behauptete sie. Sie appellierte daran, „dringend Veränderungen herbeizuführen“. Die Grünen seien bereit dazu. „Es gibt nämlich auch nicht mehr viel Zeit. Alle anderen sind gerade dabei, sich davon zu verabschieden, beherzt die Klimakrise anzugehen.“

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„Fridays for Future“-Sprecherin und Grünen-Mitglied Luisa Neubauer schrieb auf Twitter, polemisch, man könne „schon über das Hochwasser sprechen, ohne auf die eindeutigen Zusammenhänge zwischen diesen Extremen und der Klimakrise einzugehen“. Jedoch „kapitalisiere“ man damit „Klimafolgen, um eine Politik zu normalisieren, die die Wissenschaft überhört und immer mehr Klimakrise produziert“. FDP-Chef Christian Lindner forderte sie auf, die Dinge beim Namen zu nennen und von einer „Klimakrise“ zu sprechen. Der FDP-Spitzenkandidat hatte zuvor mitgeteilt, er habe selten so einen Starkregen erlebt.

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(krk/ls)

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