Ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter des BVG-Sicherheitsdienste stehen an seinem Bahnsteig in Berlin
Ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter des BVG-Sicherheitsdienste stehen an seinem Bahnsteig in Berlin Foto: picture alliance / Paul Zinken/dpa | Paul Zinken

BVG-Sicherheitsbericht
 

Trotz weniger Fahrgäste: Mehr Sexualdelikte in Berliner Bussen und Bahnen

BERLIN. Die Zahl der Sexualdelikte in Berliner Bussen und Bahnen hat trotz des geringeren Besucheraufkommens im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 2020 registrierte der Sicherheitsdienst der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 150 sexuelle Übergriffe, ergab eine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Marcel Luthe, die der B.Z. vorliegt. Vier Jahre zuvor waren es mit 65 weniger als die Hälfte.

Die meisten Straftaten gab es demnach in U-Bahnhöfen. Luthe forderte vor allem dort Maßnahmen. „Wir brauchen zusätzliches Sicherheitspersonal. Eine Kamera kommt nicht spontan um die Ecke und hilft jemandem.“ Deren Zahl habe sich von 12.000 auf 21.000 zwar deutlich erhöht, führe aber zu keinen positiven Ergebnissen.

„Bagatelldelikte werden seltener angezeigt“

Die allgemeine Kriminalität ging laut dem Bericht auf 18.138 Delikte zurück. Besonders beim Diebstahl habe die BVG deutlich weniger Fälle registriert. Dies führt Luthe allerdings darauf zurück, „daß Bagatelldelikte seltener angezeigt werden. Die schweren Taten, die man nicht ignorieren kann, nehmen aber immer weiter zu.“ Zudem kritisierte das frühere FDP-Fraktionsmitglied, daß die BVG ihren Sicherheitsbericht seit 2018 nicht mehr veröffentlicht.

Der Politiker beschäftigt sich seit Monaten mit Sexualdelikten in der Hauptstadt. Im Juli hatte die Antwort auf eine Anfrage für Aufsehen gesorgt, wonach die Berliner Polizei im Schnitt täglich rund ein Dutzend solcher Straftaten registriere. Darunter waren pro Tag auch zwei Vergewaltigungen. (ls)

Ein Polizeibeamter und ein Mitarbeiter des BVG-Sicherheitsdienste stehen an seinem Bahnsteig in Berlin Foto: picture alliance / Paul Zinken/dpa | Paul Zinken
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