Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) stellt das Konzept des Polendenkmals vor Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Michele Tantussi
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) stellt das Konzept des Polendenkmals vor Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Michele Tantussi

Erinnerungspolitik
 

Auswärtiges Amt legt Pläne für Polendenkmal vor

BERLIN. Das Auswärtige Amt hat Pläne zum Bau eines Denkmals für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs vorgelegt. Demnach soll das Denkmal entweder auf dem Gelände der ehemaligen Kroll-Oper südlich des Kanzleramts oder auf der Grünfläche am Askanischen Platz neben dem Anhalter Bahnhof stehen, wie eine Expertenkommission in einem vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Papier angibt. Zu der Kommission gehören unter anderem deutsche und polnische Historiker, Juristen und Politikwissenschaftler. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich in einem Grußwort: „Der zukünftige Ort der Erinnerung und der Begegnung mit Polen kann ein Meilenstein der deutsch-polnischen Aussöhnung werden.“

Bereits im Oktober 2020 hatte der Bundestag den Bau eines Denkmals für die polnischen Opfer beschlossen. Der Beschluß hatte andere osteuropäische Länder verstimmt. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnik erklärte, er vermisse eine ähnliche Initiative für die Kriegsleiden seiner Landsleute.

Ukraine reagiert verstimmt

In Polen sahen Vertreter unterschiedlicher Parteien das Bauvorhaben wohlwollend. Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte der Sejm-Abgeordnete Bartlomiej Wroblewski (PiS), er denke, daß alle Polen diesen Beschluß sehr positiv bewerteten. Wladyslaw Teofil Bartoszewski von der oppositionellen Bauernpartei kommentierte den Bundestagsbeschluss mit den Worten: „Besonders wichtig waren für mich die Worte, daß Polen neben Frankreich ein zentraler Partner Deutschlands in Europa ist.“

Die AfD lehnte solche Pläne ab. Der stellvertretende AfD-Fraktionschef im Bundestag, Peter Felser, hatte sich bereits im November 2017 dagegen ausgesprochen.

Schätzungsweise sechs Millionen polnische Staatsbürger kamen unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg ums Leben. Das Denkmal wäre in Deutschland das erste seiner Art. (fw)

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) stellt das Konzept des Polendenkmals vor Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Michele Tantussi
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