Maaßen
Wahlplakat Maaßens in Schleusingen Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Matthey

Kampf um Direktmandat in Thüringen
 

Erste Stimmen in der AfD rufen zur Wahl Maaßens auf

SUHL. Wenige Tage vor der Bundestagswahl herrscht in der Thüringer AfD offenbar Uneinigkeit, welchen Direktkandidaten man im Wahlkreis 196 unterstützen soll. Dort tritt der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen für die CDU an. Für die AfD bewirbt sich Jürgen Treutler um das Mandat. Derzeit deutet alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Maaßen und dem Kandidaten der SPD, dem früheren Biathlon-Profi Frank Ullrich, an. Die linke Kampagnenorganisation Campact hatte deshalb Linkspartei und Grüne aufgefordert, zu Gunsten Ulrichs zu verzichten.

In der AfD gab es dagegen Überlegungen, zur Wahl Maaßens aufzurufen. Dem erteilte der Landesverband aber eine klare Absage. Noch am Montag twitterte der Account der AfD-Thüringen. „Der AfD-Kandidat im Bundestagswahlkreis 196 – Suhl, Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg – heißt: Jürgen Treutler“.

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„Signal für Einigkeit und Recht und Freiheit“

Doch das sieht man in der AfD-Fraktion im Suhler Stadtrat offenbar anders. In einer Mitteilung rief sie am Mittwoch dazu auf, mit der Zweitstimme am Sonntag die AfD zu wählen und mit der Erststimme Maaßen. Dieser sei ein „Beamter, der sich nicht für Parteipolitik mißbrauchen“ lasse, zitiert das Portal südthüringen.de aus der Mitteilung des AfD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Meinunger.

Angesichts der „besonderen Situation im Wahlkreis 196“ rufe man dazu auf, mit der Erststimme „einen Kandidaten mit Rückgrat und politischer Erfahrung“ zu wählen. So solle „ein deutliches Signal für Einigkeit und Recht und Freiheit aus Südthüringen“ gesendet werden.

Der AfD-Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidat Torben Braga, der auch Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion ist, wies die Mitteilung seiner Suhler Parteifreunde als „unabgestimmte Einzelmeinung“ zurück. Entscheidungen für eine solche Empfehlung müßten mit dem Kandidaten Jürgen Treutler abgestimmt werden. Dies sei nicht geschehen.

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Der Thüringer AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brander hatte zuvor genau solchen Überlegungen widersprochen. Es gehe bei der Wahl nicht um „irgendwelche taktische Spielchen“, schrieb er auf Twitter, sondern um gradlinige und gute Politik. „Und das schließt selbstredend solchen Unsinn, wie einen CDU-Kandidaten zu unterstützen oder zu wählen, aus“.

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(JF)

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