Elisabeth Motschmann (CDU)
Elisabeth Motschmann (CDU): „Angebote für alle Teile der Gesellschaft zur Verfügung stellen“ Foto: dpa
Streit um WDR-Satire

Unionsfraktion lobt Löschung von „Umweltsau“-Video

BERLIN. Die kultur- und medienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Elisabeth Motschmann (CDU), hat die Löschung des WDR-„Umweltsau“-Videos positiv bewertet. „Das sogenannte ‘Umweltsau’-Video des WDR hat die Gefühle vieler gerade älterer Mitbürger verletzt und war darum ein Fehlgriff. Darüber hinaus ist es nicht verantwortbar, Kinder zu instrumentalisieren“, teilte Motschmann am Dienstag mit.

Es sei Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, „Angebote für alle Teile der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen“ und nicht zu „spalten“, was dieses Video aber tue. Daß „rechtsgerichtete Trolle“ das Video zum Anlaß genommen hätten, einen „weiteren Frontalangriff auf die Institution öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ zu starten, sei „bedauerlich wie abstoßend“. Die Entscheidung des Intendanten, Tom Buhrow, die Aufnahme aus den sozialen Medien zu löschen, sei dennoch richtig. „Buhrow hat richtig gehandelt.“

Auf Antrag der AfD-Opposition werde sich der nordrhein-westfälische Landtag kommenden Donnerstag unter dem Titel „WDR-Kinderchor-Skandal“ mit dem Thema beschäftigen, meldete die Nachrichtenagentur dpa.

40 Fernsehautoren fordern, Video wieder online zu stellen

Der WDR 2 hatte Ende Dezember ein Video auf Facebook hochgeladen, in dem der hauseigene Kinderchor das Lied „Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ zu „Oma ist eine alte Umweltsau“ umdichtete. Nach heftiger Kritik räumten Programmchef Jochen Rausch und Intendant Tom Buhrow ein, einen Fehler gemacht zu haben und ließen das Video löschen. In einem internen Rundschreiben der Redakteursvertretung beschuldigten diese den Intendanten, einem „offenbar von Rechtsextremen orchestrierten Shitstorm“ nachgegeben zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

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Anschließend veröffentlichten am Montag mehr als 40 Fernsehautoren eine „Solidaritätserklärung“, in der sie die Entscheidung Buhrows kritisierten und ihm vorwarfen, seinen Angestellten beim WDR in den Rücken gefallen zu sein. „Rechte Trolle“ hätten das Lied nach „gut bekannten Mustern“ skandalisiert, um Aufmerksamkeit zu bekommen und eine „Verschiebung des Denk- und Sagbaren in ihre Richtung“ zu bewirken.

Buhrow sei naiv im „Umgang mit moderner, rechter Propaganda“ und nicht fähig, „sich in einfachsten Fragen der Presse- und Meinungsfreiheit vor seine Mitarbeiter zu stellen“. Er gefährde diese Freiheiten und „sollte die Konsequenzen ziehen“, forderten die Unterzeichner. Zudem verlangten sie, „die sofortige Wiederonlinstellung“ des Beitrags.

Schweizer Late-Night-Show: „Mein Enkel fliegt jedes Jahr nach Bali“

Zu den Verfassern der „Solidaritätserklärung“ gehören neben WDR-Mitarbeitern unter anderem der Chefautor der ZDF-„heute-Show“, Morten Kühne, ein Autor von Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“, Max Bierhals, und der Journalist und Filmemacher Mario Sixtus.

SPD-Chefin Saskia Esken hatte vergangene Woche auf Twitter kommentiert: „Mich beunruhigt das, wenn Journalisten, Medienschaffende, Künstler in diesem Land keine Rückendeckung haben, weil Verantwortliche einem Shitstorm nicht standhalten. Mich beunruhigt das sehr.“

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Die Late-Night-Show „Deville“ hat im schweizerischen öffentlich-rechtlichen Sender SRF nun ein Antwortvideo produziert, in dem alte Menschen den Spieß umdrehen und den Jungen vorsingen, „Mein Enkel, der fliegt jedes Jahr nach Bali. Mein Enkel ist eine junge Umweltsau.“ (hr)

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