Mülheim-Verdächtiger in Duisburger Landgericht Foto: picture alliance/Marcel Kusch/dpa
Prozeßbeginn

Fall Mülheim: Familie von Hauptverdächtigem immer noch in Deutschland

MÜLHEIM/RUHR. Die Familie des mutmaßlichen Haupttäters der Mülheimer Gruppenvergewaltigung befindet sich noch immer in Deutschland. Die nordrhein-westfälische Stadt weiß jedoch nicht, wo sie sich aufhält. „Im Zuge der Überprüfung des angeblich bestehenden Arbeitsverhältnisses zog die Familie aus Mülheim weg“, sagte Stadtsprecher Volker Wiebels am Dienstag der Bild-Zeitung.

„Da es keine Abmeldepflicht gibt, wissen wir nicht, in welche Stadt die Familie gezogen ist.“ Das Abschiebeverfahren falle nun nicht mehr in die Zuständigkeit Mülheims. „Das ist immer ein Fall der Ausländerbehörde der Stadt, in der die Personen gemeldet sind“, verdeutlichte Wiebels.

Die Mutter des Hauptverdächtigen Georgi S. hatte Anfang November den Nachweis einer geringfügigen Beschäftigung bei einer Essener Gebäudereinigungsfirma vorlegen können. Der Vater hatte versucht, mit gefälschten Arbeitsverträgen eine drohende Abschiebung zu verhindern.

Georgi S. soll Frau schon mal vergewaltigt haben

Georgi S. wird vorgeworfen, zusammen mit vier weiteren Jugendlichen im Sommer 2018 eine 18 Jahre alte Frau vergewaltigt zu haben. Am heutigen Dienstag begann der Prozeß gegen drei der Jugendlichen hinter verschlossenen Türen. Sie sollen nach Bild-Informationen die Tat bestreiten.

Der mittlerweile 15 Jahre alte Hauptverdächtige sitzt dem Bericht nach als einziger Angeklagter in Untersuchungshaft. Er soll sich bereits zuvor schon einmal an dem Opfer vergangen haben.

Georgi S. nahm laut der Stadt schon vor der Tat an einer Präventionsmaßnahme des Landes teil. Er habe am Programm „Kurve kriegen“ teilgenommen, „um ihn aus dem Strudel der Intensivtäterschaft herauszuholen“. Das Landgericht Duisburg veranschlagte zehn Prozeßtage. Ein Urteil soll am 5. März erfolgen. (ls)

Mülheim-Verdächtiger in Duisburger Landgericht Foto: picture alliance/Marcel Kusch/dpa

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