Auch in der Sonnenallee in Berlin-Neukölln demonstrieren Moslems (Symbolbild) Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa
Auch in der Sonnenallee in Berlin-Neukölln demonstrieren Moslems (Symbolbild) Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa
„Allahu Akbar“-Rufe

Moslems demonstrieren in deutschen Städten gegen Macron

BERLIN. In Deutschland haben am Wochenende wiederholt Moslems gegen die angeblich islamfeindliche Politik Frankreichs protestiert. Im Berliner Bezirk Neukölln führte am Samstag eine Personengruppe einen als französischen Präsident Emmanuel Macron verkleideten Mann gefesselt durch die Straßen, wie ein Video aus den sozialen Netzwerken zeigt. Dabei verhöhnte ihn die Gruppe während er mit einem Gürtel geschlagen wurde.

 Die Polizei ermittelt wegen der Inszenierung gegen einen YouTuber, der dafür verantwortlich sein soll. Die Szene erinnert an öffentliche Strafen und Demütigungen in islamischen Staaten.

Bereits am Donnerstag versammelten sich in dem Stadtteil der Hauptstadt bis zu 150 Menschen und skandierten „Allahu Akbar“, um ihren Unmut über Frankreichs Politik auszudrücken. Wenige Stunden zuvor hatte ein Tunesier in einer Kirche in Lyon drei Menschen getötet. Es war der zweite islamistische Anschlag in dem Land innerhalb weniger Wochen.

Moslems blockieren Straße vor Kieler Hauptbahnhof

Am Freitag demonstrierten 60 Moslems vor der französischen Botschaft in Berlin. Auf Schildern beschuldigten sie Macron, für die Krise Frankreichs verantwortlich zu sein, berichtete die B.Z.

Auch in anderen Städten Deutschlands versammelten sich Moslems auf öffentlichen Plätzen und riefen „Allahu Akbar“. Videos von entsprechenden Kundgebungen kursieren in den sozialen Medien, die solche Szenen beispielsweise aus Fulda, Hildesheim und Kiel zeigen. So sammelten sich Moslems vor dem Kieler Hauptbahnhof und blockierten die Straße. Ein Teilnehmer der Kundgebung in Hildesheim sagte, er wolle damit Stärke zeigen.

 Türkische Jugendlichen randalieren in Wiener Kirche

Wie nun bekannt wurde, hatte es in der österreichischen Hauptstadt Wien am Donnerstag abend einen Vorfall in einer Kirche gegeben. Bis zu 30 Jugendliche randalierten laut Nachrichtenagentur AFP in dem christlichen Gotteshaus, traten gegen Bänke und schrien „Allahu Akbar“. Ermittler vermuteten junge Türken dahinter, die sich über soziale Medien zu der Aktion verabredet hätten. Das Innenministerium kündigte an, den als sozialen Brennpunkt geltenden Stadtteil Favoriten, in dem die Kirche steht, besser überwachen zu lassen.

Hintergrund der anhaltenden Proteste ist der Streit um Mohammed-Karikaturen. Macron hatte sie nach dem islamistischen Mord an dem Lehrer Samuel Paty als Ausdruck der Meinungsfreiheit verteidigt. (ag)

Auch in der Sonnenallee in Berlin-Neukölln demonstrieren Moslems (Symbolbild) Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

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