Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, steht in der Kritik Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, steht in der Kritik Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Angriffe von SPD

Merz steht nach Aussagen zur Homosexualität in der Kritik

BERLIN. Friedrich Merz hat für seine Äußerungen über Homosexualität scharfe Kritik geerntet. Die SPD reagierte mit Empörung auf den Kandidaten für den CDU-Vorsitz. „Wer gerne Kanzler werden möchte, der sollte eine Sprache sprechen, die in sensiblen Feldern von Antidiskriminierung und der Gleichberechtigung aller Menschen keinen Platz für Interpretationen und doppelte Böden läßt. Friedrich Merz beherrscht diese Sprache nicht“, schrieb der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert auf Twitter.

 Merz hatte am Sonntag gegenüber der Bild-Zeitung auf die Frage nach möglichen Vorbehalten gegenüber einem homosexuellen Bundeskanzler geäußert: „Die sexuelle Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht – ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.“

Später ergänzte Merz auf Twitter: „Ich bewerte weder in meinem Arbeitsumfeld noch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis irgendjemanden anhand seiner sexuellen Orientierung. Das ist Privatangelegenheit.“ In einer liberalen Gesellschaft gebe es unterschiedliche Lebensentwürfe. Vorwürfe, er habe Homosexualität mit Kindesmißbrauch in Verbindung gebracht, bezeichnete er gegenüber der Welt als „bösartig konstruierten Zusammenhang“.

Spahn geht auf Distanz zu Merz

Für SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeige Merz, daß er ganz tief aus der Vergangenheit komme. „Dieses Denken paßt nicht in die Zeit. Das haben wir gesellschaftlich überwunden.“

Seine eigene Partei ging auf Distanz zu Merz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der mit einem Mann verheiratet ist, entgegnete: „Wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten.“

 Der Geschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Tobias Bringmann (CDU), unterstellte Merz, er könne die Welt von heute nicht mehr verstehen.

Der politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, erinnerte auf Twitter daran, daß Merz „trotz oder wegen dieser verbohrten Weltsicht“ beinahe CDU-Vorsitzender geworden sei.

(ag)

Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, steht in der Kritik Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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