Friedrich Merz (CDU)
Friedrich Merz (CDU) Foto: picture alliance/Peter Steffen/dpa
Kritik an Seenotrettung

Merz gegen private Flüchtlingshelfer im Mittelmeer

BERLIN. Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat sich gegen private Seenotrettung ausgesprochen. „Seenotrettung ist eine staatliche Aufgabe, und die kann man nicht Nichtregierungsorganisationen allein überlassen“, sagte Merz am Donnerstag abend in der ZDF-Sendung „Dunja Hayali“.

Auf die Frage, ob es eine staatliche Seenotrettungsmission im Mittelmeer geben solle, antwortete Merz ausweichend. Deutschland allein könne das nicht übernehmen, betonte der Kandidat für den CDU-Vorsitz. Dies müsse dann mindestens die EU gemeinsam schultern. Die private Seenotrettung jedenfalls sei „nicht ganz ohne Grund ziemlich umstritten“, erläuterte Merz. Es stelle sich zumindest die Frage, ob dadurch nicht eine zusätzliche Flüchtlingswelle ausgelöst werde.

Bedford-Strohm verteidigt Seenotrettung

Dem widersprach der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, der ebenfalls bei Hayali zu Gast war. Derzeit sei kein privates Rettungsschiff im Mittelmeer unterwegs, und trotzdem machten sich Tausende Menschen auf die Reise und versuchten, die italienische Insel Lampedusa zu erreichen.

Bedford-Strohm verteidigte zudem das Engagement der evangelischen Kirche für die Seenotrettung. In Kürze soll das Rettungsschiff Sea-Watch 4 in See stechen. Dieses wird von einem Bündnis finanziert, das die EKD imitiert hat und für das sie auch Spenden sammelt. Man könne nicht warten, bis sich alle Staaten Europas auf eine staatliche Rettungsmission verständigt hätten stehen, mahnte der EKD-Chef. (krk)

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