Asylsuchende landen auf Sizilien (Archivbild) Foto: picture alliance / NurPhoto
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Fliehen aus Quarantäneeinrichtungen

Flüchtlingszahlen steigen sprunghaft: Sizilianische Aufnahmelager sind voll

ROM. Die Zahl der Überfahrten auf der zentralen Mittelmeerroute nach Italien ist im Juli deutlich gestiegen. Bis Montag erreichten fast 5.300 Einwanderer italienisches Staatsgebiet, teilte das Innenministerium in Rom mit. Dies sind mehr als im Juli 2018 und 2019 zusammen. Im gesamten Jahr registrierten italienische Behörden bislang rund 12.200 Bootsmigranten.

Die meisten Einwanderer, die in diesem Jahr über das Mittelmeer kamen, gaben an, sie stammten aus Tunesien (4.400), Bangladesch (1.800) und von der Elfenbeinküste (800). „Migranten auf der Flucht und Migrationswelle ohne Ende. Die Regierung öffnet die Häfen und kontrolliert die illegalen Migranten nicht“, kritisierte Lega-Chef Matteo Salvini.

Während der ersten Phase der Corona-Krise hatte die Regierung aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung die Häfen vor allem für private Flüchtlingsschiffe geschlossen. Zuletzt berichteten süditalienische Behörden von vermehrten Bootsankünften. Die Aufnahmelager in Sizilien seien voll.

Hunderte Migranten fliehen aus Quarantäneeinrichtungen

Unterdessen sorgte die Flucht hunderter Migranten aus zwei Quarantäneeinrichtungen in sizilianischen Städten für Schlagzeilen. In Porto Empedocle waren am Montag rund 100 Einwanderer aus einer Zelthalle im Hafen ausgebrochen. Zuvor waren etwa 180 Personen aus einer Unterkunft in Caltanissetta geflohen. Die meisten von ihnen konnten laut Innenministerium wieder aufgegriffen werden.

Der Bürgermeister von Caltanissetta, Roberto Gambino (Fünf-Sterne-Bewegung), rief die Regierung in Rom auf, der Stadt keine Asylsuchenden mehr zuzuweisen. „So kann es nicht weitergehen. Die Sicherheitsbedingungen in der Flüchtlingseinrichtung sind unangemessen.“ Ähnlich äußerte sich die Bürgermeisterin von Porto Empedocle, Ida Carmina (Fünf-Sterne). „Wir haben diese Situation satt“, sagte sie der Zeitung Il Giornale. „Es kommen weiterhin Migranten an und das schafft Bedenken hinsichtlich möglicher positiver Corona-Fälle. Es ist eine Situation, die so nicht weitergehen kann.“

Laut italienischen Behörden werden rund 1,5 Prozent der Migranten positiv auf Covid-19 getestet. (ls)

Asylsuchende landen auf Sizilien (Archivbild) Foto: picture alliance / NurPhoto

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