Büro: Vorsichtig sein, um Ärger mit dem Chef zu vermeiden Foto: picture alliance/VisualEyze
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„Tabuthema“

Deutsche meiden Politik auf Arbeit

KÖLN. Wenn es um Politisches am Arbeitsplatz geht, werden die Deutschen zurückhaltender. Das hat eine Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergeben. 39 Prozent der Berufstätigen sind in den letzten fünf Jahren verhaltener geworden, was politische Gespräche im Büro betrifft. Rund 40 Prozent der Befragten gab an, vorsichtig zu sein, um Ärger mit dem Chef zu vermeiden, 58 Prozent teilten diese Sorge aber nicht, berichtete die Bild-Zeitung am Montag.

Etwa 30 Prozent der Berufstätigen sprechen mit ihren Kollegen regelmäßig über Politik. 44 Prozent hingegen halten das Thema am Arbeitsort generell für unangebracht. Hier wurde ein Ost-Westgefälle deutlich. Der Anteil an Befragten aus den östlichen Bundesländern, die sich im Büro gerne über Politisches unterhalten, lag um zwölf Prozentpunkte höher als bei Angestellten aus dem Westen. FDP-Anhänger (40 Prozent) tauschen sich gemäß der Studie am liebsten aus. Grüne und AfDler (25 und 28 Prozent) sind hingegen reservierter gegenüber Politischem am Arbeitsplatz.

Zudem zeigten sich Männer in der Studie als das diskutierfreudiger Geschlecht. 38 Prozent gaben an, selbst politische Themen anzuschneiden, das traf nur auf jede fünfte Frau zu. Mit 54 Prozent empfindet die Hälfte der weiblichen Angestellten Politik im Büro sogar als „Tabuthema“.

Größte Sorge bei Meinungsäußerung am Arbeitsplatz bekunden AfD-Anhänger

28 Prozent der 1.066 Umfrage-Teilnehmer befürchteten eine ernsthafte Karrierebeeinträchtigungen durch politische Gespräche im Büro. Die größten Sorgen bekundeten AfD-Sympathisanten, 57 Prozent halte sich am Arbeitsplatz lieber bedeckt. Unter FDP-Wählern lag dieser Wert bei 19 Prozent. Trotz aller Zurückhaltung kennt mit 46 Prozent rund die Hälfte der Befragten die politische Einstellung ihrer Kollegen.

Der YouGov-Arbeitsmarktexperte Felix Altmann führte die Ergebnisse der Studie auf eine „aufgeheizte gesellschaftliche Debatte“ zurück. Diese habe „eine Fortsetzung im Arbeitsleben gefunden, werden aber zugunsten des Betriebsfriedens oder der eigenen Karriere nicht ausgefochten“, sagte er laut der Bild-Zeitung. (zit)

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