Christ
Der bisherige SPD-Mittelstandsbeauftragte, Harald Christ Foto: picture alliance/imageBROKER
Vorbild: Helmut Schmidt

Wegen Linkskurs: SPD-Mittelstandsbeauftragter wirft hin

BERLIN. Der SPD-Mittelstandsbeauftragte Harald Christ ist aus Frustration über den Linkskurs seiner Partei von seinem Amt zurückgetreten. „Aus Anlaß der Wahl des/der neuen Parteivorsitzenden Anfang Dezember stelle ich mein Amt als Mittelstandsbeauftragter des SPD-Parteivorstands zur Verfügung“, schrieb Christ in einem Brief an die Parteiführung, der der Bild-Zeitung vorliegt. Den Zeitpunkt des Amtsverzichts habe er bewußt vor der Wahl einer neuen Parteispitze gewählt, weil er nicht wolle, daß seine Entscheidung „als Reaktion auf die Neubesetzung des Parteivorsitzes mißverstanden“ werde.

Für Christ waren Sachgründe bei seiner Entscheidung maßgeblich. „Die SPD positioniert sich immer weiter nach links, das macht es für mich schwierig, die Inhalte zu vertreten“, sagte er der Bild. Er hingegen stehe „für eine sachliche, sozialdemokratische Mittelstands- und Wirtschaftspolitik, die inhaltlich mehr des Weitblicks eines Helmut Schmidt entsprochen hätte“.

Christ hatte die Position 2017 auf Wunsch der damaligen Parteichefin Andrea Nahles übernommen. Sein zweites Amt als Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums will er hingegen behalten. Der gebürtige Pfälzer war im Schattenkabinett des SPD-Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl 2009, Frank-Walter Steinmeier, als Wirtschaftsminister in einer SPD-geführten Koalition vorgesehen. Für die Neuwahl an der Parteispitze wünscht sich Christ, „daß die SPD-Basis sich für ein Vorsitzenden-Tandem entscheidet, das Verantwortung übernimmt und nicht nur aus Reflex die große Koalition beendet“. (tb)

Der bisherige SPD-Mittelstandsbeauftragte, Harald Christ Foto: picture alliance/imageBROKER

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