Friedrich-Ebert-Stiftung

„Vertrauensbruch“: Auschwitz-Komitee rügt SPD-Stiftung

NEW YORK/BERLIN. Das Internationale Auschwitz-Komitee hat die Friedrich-Ebert-Stiftung scharf für die Einladung von Holocaustleugnern aus dem Iran kritisiert. Am heutigen Dienstag veranstaltet die SPD-nahe Stiftung eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: Europa und Iran ein Jahr nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen. Dazu eingeladen ist auch der staatliche iranische „Think Tank“ IPIS, der 2006 zu einer internationalen Holocaust-Leugner-Konferenz nach Teheran eingeladen hatte.

„Für Holocaust-Überlebende ist das ein Skandal“, sagte der geschäftsführende Vizepräsident des Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner der Bild-Zeitung. Gerade von einer Institution der Sozialdemokratie empfinde man eine solche Haltung als „Vertrauensbruch“.

US-Botschafter forderte Ausladung

Zuvor hatte Efraim Zuroff vom Simon-Wiesenthal-Zentrum die Absage der Veranstaltung gefordert. Wenn solche Gäste nach Berlin eingeladen würden, verleihe dies der iranischen Holocaustleugnung und den Völkermord-Drohungen des Iran gegen Israel Legitimität, kritisierte Zuroff in der Jerusalem Post.

Auch der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Ausladung der iranischen Gäste gedrängt. „Niemand aus dieser Gruppe sollte eine Plattform bekommen“, teilte er mit. (tb)

Der geschäftsführende Vize-Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

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