Sozialdemokraten ohne Führung

SPD-Vorsitz: Schwan kann sich Doppelspitze mit Kühnert vorstellen

BERLIN. Die ehemalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan (SPD), hat sich offen dafür gezeigt, den Parteivorsitz der Sozialdemokraten zu übernehmen. Als Konstellation sei auch eine Doppelspitze mit Juso-Chef Kevin Kühnert vorstellbar, sagte sie dem Deutschlandfunk.

„Eine Doppelspitze kann mehr repräsentieren. Zwei Personen können mehr Personen ansprechen und sich gegenseitig helfen, wenn sie sich verstehen und sich beraten“, betonte die ehemalige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Zwar habe sie noch nicht mit Kühnert gesprochen, jedoch halte sie ihn für fair, nachdenklich und geeignet für die Aufgabe.

Anfang Dezember soll neue Führung gewählt werden

Es gehe ihr nicht darum, Karriere zu machen, betonte Schwan. „Nein, ich kandidiere nicht für den SPD-Vorsitz. Aber ich habe gesagt, daß ich meine Hilfe anbiete, an der Stelle, wo ich am meisten helfen kann.“ Es habe sie beunruhigt, daß viele Führungspersonen der Sozialdemokraten den Vorsitz ablehnten.

Schwan war 2004 und 2009 für die SPD bei der Wahl zum Bundespräsidenten angetreten. Beide Male unterlag sie Hörst Köhler (CDU).

Nach dem Rücktritt der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles wird die Partei übergangsweise von dem Trio Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel geleitet. Anfang Dezember soll die neue Führung während des Parteitags gewählt werden. (ag)

Gesine Schwan (SPD) denkt darüber nach, gemeinsam mit Juso-Chef Kevin Kühnert die Partei zu führen Foto: picture alliance

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