Antikohlekrahft-Protest 2016 in der Lausitz Foto: dpa
„Ende Gelände“ und Co.

Protestaktion gegen Kohlekraft: „Gesetze sind nichts Heiliges“

BERLIN. Radikale Kohlekraftgegner haben angekündigt, am Wochenende Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz zu blockieren. Auftakt der Aktionsreihe soll der „Klimastreik“ am Freitag sein, teilte das Bündnis „Ende Gelände“ am Mittwoch vor dem Reichstag in Berlin mit, wie der RBB und die B.Z.berichten.

„Am Samstag fahren wir in die Lausitz und blockieren die Orte der Zerstörung“, sagte „Ende Gelände“-Sprecherin Nike Mahlhaus demnach. „Das ist ja das Wesen von zivilem Ungehorsam, Gesetze zu übertreten, um auf Mißstände aufmerksam zu machen. Gesetze sind nicht Heiliges. Angesichts der Klimakrise halten wir das für legitim.“

Der Protest richte sich nicht gegen die Bewohner in der Lausitz, sondern gegen den Kohlekonzern EPH und das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz, ergänzte die Sprecherin. Nähere Angaben zu Zeitpunkten oder Orten nannte sie nicht.

Dutzende Verletzte und hunderte Festnahmen

Die Aktionen würden auch von „Fridays for Future“ (FFF), „Alle Dörfer bleiben“ und den „Anti-Kohle-Kidz“ unterstützt. Marlene Sasso von den „Anti-Kohle-Kidz“ verdeutlichte: „Wir blockieren die Kohle-Infrastruktur, weil wir uns gegen die Ausbeutung von Menschen und Natur stellen.“ Es reiche nicht aus, viele und ausdauernd zu sein, meinte FFF-Sprecherin Carla Reemtsma. „Deshalb gehen wir am Samstag einen Schritt weiter und streiken am Ort der Zerstörung!“

Vor drei Jahren hatte „Ende Gelände“ den Tagebau Welzow-Süd in Brandenburg besetzt, ein Kraftwerk gestürmt, Bagger lahmgelegt und Gleise blockiert. Es gab Dutzende Verletzte und hunderte Festnahmen. Der Bürgermeister der Kraftwerksstadt Peitz, Jörg Krakow (FDP), warnte nun vor erneuten Rechtsbrüchen. „Aufgrund der Ereignisse von 2016, die begleitet von Zerstörung, Gewalt und Angst der Menschen vor Ort waren.“

Ein Sprecher der Brandenburger Landespolizei sagte auf B.Z.-Anfrage, die Polizei sei vorbereitet und habe Kräfte aus anderen Bundesländern angefordert. „Wir werden keine Rechtsbrüche dulden.“ (ls)

Antikohlekrahft-Protest 2016 in der Lausitz Foto: dpa

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