Polizisten trainieren die Abwehr eines Messerangriffs Foto: picture alliance/imageBROKER
Nach Attacke in München

Polizeigewerkschaft fordert gesonderte Messerstatistik

MÜNCHEN. Nach der Messerattacke auf einen Polizisten in München hat die Deutsche Polizeigewerkschaft eine gesonderte Statistik für Straftaten gefordert, bei denen Messer als Tatwaffen eingesetzt werden.

Der stellvertretende bayerische Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Ascherl, sagte, er erwarte von einem polizeilichen Lagebild „Messerangriffe“ neben genaueren Erkenntnissen über Tathergang auch Informationen über das Alter sowie die Herkunft der Täter. Ebenso, ob diese unter Drogeneinfluß gestanden hätten oder psychisch krank seien. Zudem könnte sich die Polizei einen genaueren Überblick über Anzahl der mit Messern begangenen Straftaten verschaffen, um ihre Aus- und Fortbildung sowie die Schutzausrüstung anzupassen.

Bislang keine bundesweite Statistik

Am Montag morgen hatte ein Mann einen Polizisten im Münchner Hauptbahnhof mit einem Messer angegriffen und dabei schwer verletzt. Die Tat ereignete sich während einer Kontrolle. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen 23jährigen Deutschen, der „aufgrund des ein oder anderen Steuerungsverlustes“ bereits polizeibekannt sei. Er habe den 30 Jahre alten Polizeiobermeister unvermittelt und ohne Vorwarnung das Messer mit solcher Wucht in den Rücken gerammt, daß die Klinge abbrach.

Wie berichtet belegen Polizisten mittlerweile private Kurse zur Messerabwehr, da sie die dienstliche Ausbildung für solche Angriffe für nicht ausreichend halten. Daß die Zahl der Messerattacken in Deutschland steigt, zeigen gesonderte Statistiken einiger Bundesländer. Zwar gibt es noch keine bundesweite Statistik von Straftaten, bei denen Messer zum Einsatz kommen, doch die Daten mehrerer Bundesländer belegen eine Zunahme.

Im September berichtete die ARD über steigende Messerattacken in Baden-Württemberg, Berlin und Thüringen und verwies auf Erkenntnisse der jeweiligen Innenministerien. In Baden-Württemberg stieg demnach die Zahl von 5.255 Fällen 2013 auf 6.073 im vergangenen Jahr. In der Hauptstadt nahm die Zahl im gleichen Zeitraum von 2.512 auf 2.795 zu. In Thüringen waren es im Vorjahr 989 Fälle, 286 mehr als noch fünf Jahre zuvor. (krk)

Polizisten trainieren die Abwehr eines Messerangriffs Foto: picture alliance/imageBROKER

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