Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Foto: picture alliance / Sven Simon
Entschädigungen

Negativzinsen: Söder fordert Ausgleich für Sparer

MÜNCHEN. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine finanzielle Entschädigung für Sparer, die unter Negtivzinsen leiden, ins Gespräch gebracht. „Der Staat sollte nicht tatenlos zusehen, wie das Sparen immer weiter erschwert wird“, sagte Söder der Passauer Neuen Presse.

Denn: „Der Kern der deutschen Finanzarchitektur sind die Sparer. Wir sind kein Volk der Spekulanten, sondern eines, das solide wirtschaftet.“ Es brauche „einen großen Master-Plan, wie man die Sparer schützt und von Negativzinsen befreit“.

Erste Bank erhebt Negativzinsen ab dem ersten Euro

Wenn ein Verbot von Negativzinsen nicht möglich sei, müsse es daher für Sparer einen Ausgleich geben. „Er sollte es den Sparern über eine steuerliche Geltendmachung zurückgeben. Das wäre fair“, sagte Söder.

Der CSU-Chef warnte, die Niedrigzinspolitik fresse sich tief in die bislang stabile Bankenarchitektur hinein. „Sparkassen, Genossenschafts- und Volksbanken werden auf Dauer ihr gesamtes Geschäftsmodell verlieren. Am Ende sind nur noch große Fonds international erfolgreich.“ Es gehe dabei nicht nur um eine technische Frage der Geldpolitik, „sondern auch um eine kulturell-ökonomische Identitätsfrage“.

Hintergrund ist die Erhöhung der Negativzinsen durch die EZB von 0,1 auf 0,5 Prozent. Immer mehr Kreditinstitute geben diese mittlerweile auch an die Sparer weiter. Im bayerischen Fürstenfeldbruck hat inzwischen die erste Bank Deutschlands nun auch Negativzinsen für Guthaben ab dem ersten Euro erhoben. Die Volksbank Raiffeisenbank verlangt bei Tagesgeldkonten Strafzinsen in Höhe von 0,5 Prozent schon ab dem ersten Cent, berichtet das Nachrichtenportal n-tv.de. (tb)

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