„Extrem ungewöhnlich“

Deutsche Bank kündigt AfD-Politiker Fest sämtliche Konten

BERLIN. Die Deutsche Bank hat dem AfD-Politiker Nicolaus Fest sämtliche Konten gekündigt. Wie der frühere stellvertretende Chefredakteur der Bild am Sonntag mitteilte, sei dies „aus heiterem Himmel geschehen, ohne daß es vorher irgendeinen Knies gab und obwohl alle Konten satt im Plus sind und regelmäßige Geldeingänge verzeichnen“.

Einen Grund für die Kündigung gab die Bank demnach nicht an. „Auf Nachfrage wurde mir lediglich gesagt, daß man nichts sagen werde. Ein bekanntes Phänomen: Verweigerung als angeblicher Kundenservice“, sagte Fest der JUNGEN FREIHEIT. Er sei seit rund sieben Jahren Kunde der Deutschen Bank.

„Kontenkündigung ohne erkennbaren Anlaß ist extrem ungewöhnlich“

Fest schließt politische Gründe nicht aus. „Eine Kontenkündigung ohne erkennbaren Anlaß ist extrem ungewöhnlich. Außer meinem Engagement für die AfD fällt mir nichts ein, was die Deutsche Bank zur Kündigung veranlaßt haben könnte.“

Das Konto sei zu Anfang 2019 gekündigt worden. Allerdings hätte er bereits von einem Unterstützer die Nachricht erhalten, wonach dessen Überweisung wieder zurückgekommen sei. „Sofern das zutrifft, und warum sollte ein Förderer mir sonst in dieser Sache schreiben, schädigt mich die Deutsche Bank damit direkt.“

Mittlerweile habe sich Fest an den Ombudsmann des Deutschen Bankenverbandes gewandt, um zu prüfen, ob noch mehr Überweisungen an ihn zurückgegangen seien.

Deutsche Bank beruft sich auf die AGB

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte der JF, das Geldinstitut mache keine Angaben zu Geschäftsbeziehungen „mit vermeintlichen oder tatsächlichen Kunden“. Es sei jedoch zutreffend, „daß wir Kunden laut unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ohne Angabe von Gründen kündigen dürfen – und davon machen wir auch von Zeit zu Zeit Gebrauch“.

Vor sechs Jahren hatte die Deutsche Bank dem Verein „Die Deutschen Konservativen“ sowie dem Vereinsgründer Joachim Siegerist gekündigt. Die Bank bezog sich damals in einem Schreiben auf ihre AGB, nach denen sie jederzeit das Recht dazu habe, Siegerist zu kündigen. Weitere Gründe nannte das Geldhaus nicht. (ls)

Nicolaus Fest: Schließt politische Gründe für die Kündigung nicht aus Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

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