Joachim Kuhs
Soeder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einem Plakat mit Franz Josef Strauß Foto: picture alliance/dpa

Streit um Strauß-Plakat
 

CSU will gegen AfD-nahen Verein vorgehen

MÜNCHEN. Die CSU hat rechtliche Schritte gegen eine Unterstützungskampagne für die AfD angekündigt. Hintergrund ist ein Plakat das AfD-nahen „Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, das den ehemaligen CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß zeigt. Darauf steht: „Franz Josef Strauß würde AfD wählen.“

„Wir werden rechtlich und politisch gegen den Mißbrauch von Franz Josef Strauß durch die AfD und durch AfD-nahe Vereine vorgehen“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume dem Münchner Merkur.

Unterstützungsplakat für die AfD aus dem Bundestagswahlkampf Foto: picture alliance/dpa

Auch die CSU-Europaabgeordnete und Strauß-Tochter Monika Hohlmeier äußerte sich kritisch zu der Plakatkampagne. „Die AfD mißbraucht das Andenken eines Toten, weil sie unter den Lebenden keine Argumente hat“, sagte sie der CSU-Parteizeitung Bayernkurier. „Einen Toten zu mißbrauchen, das ist das Schäbigste, was man tun kann.“ Ihr Vater hätte nie im Leben für die AfD gestimmt, gab sich Holmeier sicher.

Während seiner gesamten politisch aktiven Zeit habe er rechte Parteien bekämpft. „Er war zu tiefst geprägt von den Erlebnissen des Nationalsozialismus. Er hat uns immer vor den verführerisch einfachen Botschaften und Lösungen der Nationalsozialisten gewarnt.“ Deswegen, so die CSU-Politikerin, „würde mein Vater Markus Söder wählen“.

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Die CSU reagierte zudem auf Facebook. Dort postete sie am Dienstag ein Bild von Strauß und dem aktuellen bayerischen Ministerpräsidenten Söder (CSU) sowie der Aussage „Strauß würde Söder wählen!“ Darüber schrieb die Partei „Damit das ein für alle Mal klar ist!“

Die Strauß-Plakate des Vereins hatten bereits im Bundestagswahlkampf für Schlagzeilen gesorgt. Auch unmittelbar vor der CSU-Parteizentrale hatten die AfD-Unterstützer ein solches Plakat aufgestellt. Damals reagierte die CSU ebenfalls und betonte, Strauß hätte rechts der Union keine demokratisch legitimierte Partei geduldet und deshalb nie die AfD gewählt.

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Der Vorsitzende des „Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, David Bendels, reagierte gelassen auf die juristischen Drohungen der CSU. „Die Reaktion der CSU ist hysterisch und peinlich. Die Strauß-Tochter Hohlmeier verhält sich gar deppert und schizophren“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT. Auf Facebook postete der Verein zudem ein weiteres Bild von Strauß und Söder, versehen mit dem Kommentar: „Strauß würde Söder eine Watsch’n geben! Deshalb AfD wählen!“ (krk)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einem Plakat mit Franz Josef Strauß Foto: picture alliance/dpa
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