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Rakete startet von der USS Porter im Mittelmeer Foto: picture alliance / newscom

Raketen gegen Assad
 

US-Streitkräfte greifen Syrien an

WASHINGTON/HOMS. Die russische Regierung hat den amerikanischen Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis als eine „Verletzung internationalen Rechts“ kritisiert. Am frühen Freitagmorgen schossen die US-Streitkräfte rund 60 Tomahawk-Raketen von den im Mittelmeer stationierten Kriegsschiffen „USS Porter“ und „USS Ross“ auf den Militärflughafen Schayrat bei Homs ab.

Nach Pentagon-Angaben sei die Basis „schwer beschädigt“ worden. Der mutmaßliche Giftgasangriff in der Provinz Idlib, für den die USA die Regierung von Baschar al-Assad verantwortlich machen, sei am Dienstag von diesem Militärstützpunkt aus gestartet worden. Sechs syrische Soldaten wurden bei dem Angriff getötet. Nach US-Angaben wurde Rußland vorab gewarnt. Ursprünglich hatten sich auch russische Soldaten auf dem Stützpunkt befunden.

USA ändern ihre Meinung zu Assad

Noch in der vergangenen Woche waren die USA von der während der Obama-Regierung formulierten Bedingung abgerückt, Assad dürfe nicht Teil einer Friedenslösung für Syrien sein. Die Assad-Regierung sei eine „politische Realität, die wir akzeptieren müssen“, sagte der Pressesprecher der US-Regierung Sean Spicer.

Am Donnerstag sagte Außenminister Rex Tillerson dagegen, Assad spiele bei der Frage, wer künftig Syrien regiere, keine Rolle mehr. Gleichzeitig warnte er Rußland, seine „fortwährende Unterstützung für das Assad-Regime“ sorgfältig abzuwägen. Es liefen von Seiten der USA derzeit internationale Anstrengungen, Assad zu stürzen.

In einem Statement rechtfertigte US-Präsident Donald Trump den Angriff: „Assad hat die Leben hilfloser Männer, Frauen und Kinder ausgelöscht.“ Es könne keine Meinungsverschiedenheit darüber geben, daß Syrien verbotene chemische Waffen eingesetzt habe. Er rief „alle zivilisierten Nationen“ dazu auf, „das Schlachten und Blutvergießen“ in Syrien zu beenden.

 Syrien: Die USA haben sich zum Partner des IS gemacht

2013 hatte Trump seinen Amtsvorgänger noch auf Twitter ermahnt, keine Luftschläge gegen Syrien ohne vorherige Zustimmung des Kongresses zu unternehmen. Zugleich fragte er an Obama gerichtet: „Was werden wir davon haben, wenn wir Bomben auf Syrien werfen außer mehr Schulden und einem möglicherweise langen Konflikt?“

Die syrische Regierung nannte den Militärschlag eine „offenkundige Aggression“. Mit dem Angriff auf die syrische Regierung habe sich Amerika „zum Partner des Islamischen Staates, der Nusra-Front und anderer Terrororganisationen“ gemacht. (tb)

Rakete startet von der USS Porter im Mittelmeer Foto: picture alliance / newscom
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