Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) Foto: picture alliance/dpa
Anti-Terror-Demo

Özoguz: Nicht nur Moslems, sondern alle müssen sich vom Terror distanzieren

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD) hat Moslems gegen den Vorwurf verteidigt, sich nicht ausreichend vom islamischen Terror zu distanzieren. Moslems hätten nach Anschlägen immer wieder Mahnwachen veranstaltet und Extrapredigen gehalten sowie versucht, Zeichen zu setzen. Das müsse man auch anerkennen, sagte Özoguz im Deutschlandfunk. So fair müsse man schon sein.

Dennoch lobte sie, daß Moslems in Köln nun zu einer gemeinsamen Demonstration gegen Terrorismus aufriefen. Ein solches Zeichen sei aber nicht nur Aufgabe von Moslems. „Es reicht nicht, zu sagen, Muslime sollen sich vom Terror distanzieren. Das müssen wir alle zusammen tun“, betonte die Integrationsbeauftragte. Deswegen sei es schön, „daß an dieser Stelle sich Muslime aufgetan haben und sagen, wir rufen auf, aber wir rufen eben alle auf, hier wirklich gemeinsam zu stehen, ein gemeinsames Zeichen zu setzen“. Sie selbst könne am Sonnabend zwar nicht an der Demonstration in Köln teilnehmen, da sie einen anderen Termin in Bayern habe. Sie sei aber mit dem Herzen dabei, versicherte die SPD-Politikerin.

„Eine viel lebendigere Gemeinschaft auch des Drumherums“

Auf die Frage, ob der fundamentalistische Islam ein Problem in und für Deutschland sei, antwortete Özoguz, deren Brüder selbst als fundamentale Moslems gelten, ausweichend. „Ich sage mal, Extremismus, wenn Sie das jetzt damit meinen, ist immer ein Problem logischerweise, und da muß man auch immer genauer hingucken, und da muß man auch sehr eng sozusagen die Dinge begleiten und schnell auch Grenzen aufsetzen.“ Das geschehe in Deutschland auch, zum Beispiel durch den Verfassungsschutz.

Nur reichten polizeiliche Maßnahmen nicht aus. Es brauche „eine viel lebendigere Gemeinschaft auch des Drumherums“. Es sei „sehr wichtig, daß der Austausch stattfindet, damit die Vereinigungen, die religiösen Vereinigungen gemeinsam auch sagen können, an der oder der Stelle wird es eng, oder da haben wir das Gefühl, da läuft etwas nicht in die richtige Richtung, und da sollten wir uns auch gemeinsam dann dagegenstellen“. (krk)

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) Foto: picture alliance/dpa

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