Grünen-Chef Cem Özdemir Foto: picture alliance/dpa
Nach Drogenfund

Grünen-Spitze rückt von Beck ab

BERLIN. Nach dem Drogenfund beim Grünen-Politiker Volker Beck ist Parteichef Cem Özedmir auf Distanz zu dem 55jährigen gegangen. Sollte sich bestätigen, daß Beck mit Crystal Meth erwischt worden sei, werde sich auch die Frage stellen, ob Beck sein Mandat niederlegen müsse, sagte Özdemir im Deutschlandfunk.

Der Bundestagsabgeordnete war am Dienstag abend im Berliner Bezirk Schöneberg von der Polizei kontrolliert worden, nachdem er eine observierte Dealer-Wohnung verlassen hatte. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten 0,6 Gramm einer „betäubungsmittelverdächtigen Substanz“. Laut Bild-Zeitung soll es sich dabei um Crystal Meth handeln.

„Hat mit liberaler Drogenpolitik nichts zu tun“

Beck hatte seine Funktionen in der Grünen-Bundestagsfraktion nach Bekanntwerden des Vorfalls niedergelegt, nicht aber sein Mandat. Er rechtfertigte sich zudem damit, er sei immer für eine liberale Drogenpolitik eingetreten. Dazu sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Bild: „Grundsätzlich gilt: Crystal Meth ist eine harte und gefährliche Droge und sie ist verboten. Das hat mit liberaler Drogenpolitik nichts zu tun.“

Bereits am Donnerstag war Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf Distanz zu Beck gegangen und hatte ihm im ZDF „schweres Fehlverhalten“ vorgeworfen. Grünen-Chefin Simone Peter schrieb auf Twitter, jenseits der Fehler Becks müsse man auch dessen Lebensleistung für eine offene und vielfältige Gesellschaft berücksichtigen.

Unterdessen berichtet die Bild von einem Video, das in Berlin kursieren soll, auf dem Beck beim Konsum harter Drogen zu sehen sei. Das Video soll bereits einige Jahre alt sein und aus der Zeit stammen, als Beck noch parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen war. (krk)

Grünen-Chef Cem Özdemir Foto: picture alliance/dpa

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