Hofreiter
Anton Hofreiter: Der Grünen-Fraktionschef hält Klagen über die Asylwelle für unangemessen Foto: picture alliance/dpa

Kritik an Begriff „Flüchtlingsmassen“
 

Hofreiter geißelt Klagen über Asylwelle als „Schande“

BERLIN. Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat Klagen über die Asylwelle als unberechtigt zurückgewiesen. „Es ist eine Schande für Europa, daß es mit mehreren 100.000 Flüchtlingen solche großen Probleme hat, bei der Wirtschaftskraft und den vielen Menschen, die hier leben“, sagte Hofreiter dem Fernsehsender phoenix.

Gemessen an der großen Anzahl von Flüchtlingen, die weltweit unterwegs seien, müsse Europa nur sehr wenige aufnehmen. „Der Libanon, ein armes Land, ein Land mit schwacher Administration, hat bei circa drei Millionen Einwohnern eine Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Wenn wir das im Verhältnis in Deutschland aufnehmen müßten, wären das auf unser Land umgerechnet – und wir sind viel reicher und besser organisiert – 20 Millionen Menschen“, unterstrich der Grünen-Politiker. Deswegen solle man in Deutschland vorsichtig mit der Verwendung von Begriffen wie „Flüchtlingsmassen“ sein.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus, warnte vor einer Dramatisierung der derzeitigen Asylwelle. Es werde vor Ort zwar immer schwieriger und die Provisorien häuften sich, aber einen Kollaps sehe er nicht auf das deutsche Asyl-Aufnahmesystem zukommen, sagte Articus der Passauer Neuen Presse. „Wir sind ein Land mit sehr viel Potential, auch ungewöhnliche Situationen zu meistern. Panikmache hilft dabei nicht.“ (krk)