Polizeigewerkschaft

Asylwelle: Polizei muß Wohnungseinbrüche vernachlässigen

POTSDAM. Die Einsatzfähigkeit der Polizei ist durch die steigende Zahl der Asylsuchenden nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zunehmenden gefährdet. Da immer mehr Beamte durch die Einsätze in und vor Asylbewerberheimen beschäftigt seien, falle es immer schwerer, der Verbrechensbekämpfung nachzugehen, sagte der Brandenburger GdP-Gewerkschaftssekretär Michael Peckmann der Nachrichtenagentur dpa.

„Es können daher andere Aufgaben nicht mehr erfüllt werden – zum Beispiel das Aufklären und Bearbeiten von Wohnungseinbrüchen.“ Zudem steige die Wartezeit, bis Polizisten etwa bei Verkehrsunfällen anrücken könnten. Die Belastung der Beamten sei durch die zunehmende Zahl an Überstunden enorm. Peckmann forderte ein klares politisches Signal an die Einsatzkräfte. So müsse zum Beispiel der anvisierte Polizeiabbau gestoppt werden.

Innenministerium bestätigt steigende Belastung

Der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums, Ingo Decker, bestätigte, daß die Polizei immer mehr andere Aufgaben bewältigen müsse. Grund sei, „daß viele Flüchtlinge auf eigene Faust in Deutschland unterwegs sind, irgendwann nicht mehr weiter wissen, an Bahnhöfen oder Taxiständen aufgegriffen werden oder sich selbst bei einer Polizeidienststelle melden“.

Schuld sei aber auch die steigende Zahl von rechtsextremen Kundgebungen, betonte Decker. „Eine aus unterschiedlichen Gründen spürbar steigende Belastung der Polizei infolge der aktuellen Flüchtlingsproblematik läßt sich daher nicht in Abrede stellen.“

Auch in Berlin spitzt sich die Sicherheitslage nach Angaben der GdP zu. Da viele Polizeiwachen durch den Transport und der Registrierung von Asylsuchenden lahmgelegt würde, gebe es in der Hauptstadt bereits „polizeifreie Zonen“. (ho)

Polizeischild: Beamte am Limit Foto: picture alliance

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