Flaschensammler: Nicht jede Hilfe für Obdachlose ist willkommen Foto: picture alliance / blickwinkel/W. G. Allgoewer
Spendenaktion für Obdachlose

„Tafel“ will kein Geld von Pegida

DRESDEN. Auch an diesem Montag werden wieder Tausende Teilnehmer zur zehnten Demonstration von Pegida (Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden erwartet. Unter dem Motto „Weihnachten mit Pegida“ ruft das Bündnis zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper auf. In der Vergangenen Woche waren über 15.000 Teilnehmer zu der Pegida-Demonstration gekommen.

Ursprünglich hatten Pegida geplant, am heutigen Abend Spenden für Obdachlose in Dresden und Meißen zu sammeln. Vorgesehen war, jeden Teilnehmer um einen Euro für diesen Zweck zu sammeln. Der Plan mußte jedoch aufgegeben werden, weil die für die Betreuung der Obdachlosen in Sachsen zuständige „Tafel“ eine Zusammenarbeit mit Pegida ablehnt.

Der Verein teilte dem Bündnis nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT mit, man wolle kein Geld von Pegida, da die Tafel mögliche politische Folgen sowie den Wegfall anderer Spendern fürchte. Die Vorsitze der Tafel in Dresden ist die frühere Landtagsabgeordnete der Linkpartei, Edith Franke.

Pegida stellt Antrag auf Gemeinnützigkeit

Franke bestätige gegenüber der JF den Vorgang. Die „Tafel“ sei ein mildtätiger Verein, der Wert darauf lege, nicht mit „Gruppierungen“ zusammenzuarbeiten, deren Anliegen „nicht auf demokratischer Grundlage“ stünden. Zum anderen versorge die „Tafel“ auch Flüchtlinge mit Lebensmitteln. Diese könnten sich jedoch durch Pegida beleidigt fühlen. „Wir können nicht dulden, daß Asylbewerber ausgegrenzt werden“, sagte Franke.

Für das kommende Jahr plant Pegida nun eine andere Spendenaktion. Unter anderem deshalb hat sich das Bündnis nun auch beim Registergericht Dresden als Verein eingetragen lassen und einen Antrag auf Gemeinnützigkeit beim Finanzamt gestellt. (krk)

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