Superwahljahr
Europawahl
Die AfD dürfte laut Umfragen nach der Europawahl gleich mit mehreren Kandidaten ins EU-Parlament einziehen Foto: picture alliance/ZB/dpa

Umfrage
 

AfD überflügelt in Umfrage FDP

BERLIN. Rund zweieinhalb Monate vor der Europawahl ist die Alternative für Deutschland (AfD) in Umfragen weiter im Aufwind. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Focus kamen die Euro-Kritiker auf 7,5 Prozent. Sie ließen damit die FDP, die auf drei Prozent kam, deutlich hinter sich und lagen zudem nur ein Prozentpunkt hinter der Linkspartei (8,5 Prozent). Die Union erreichte laut Insa 38 Prozent, gefolgt von der SPD mit 26 Prozent. Die Grünen erzielten 9,5 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid dagegen sah die AfD in einer Umfrage für die Bild am Sonntag im Vergleich zur Vorwoche unverändert bei fünf Prozent. Die FDP erreichte auch hier drei Prozent (minus ein Punkt) und Grüne sowie Linkspartei je zehn Prozent. Stärkste politische Kraft war die Union mit 42 Prozent, gefolgt von der SPD mit 23 Prozent.

Umfrage bescheinigt AfD siebenProzent in Sachsen

Hoffnung auf einen Parlamentseinzug kann sich die AfD auch in Sachsen machen, wo am 31. August ein neuer Landtag gewählt wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Sächsische Zeitung erreichten die Euro-Kritiker sieben Prozent.

Die FDP würde mit zwei Prozent aus dem Landtag fliegen, ebenso die NPD, die in der Umfrage auf ein Prozent kam. Stärkste Partei wurde auch hier mit 43 Prozent die CDU vor der Linkspartei, die auf 22 Prozent kam. Die SPD erhielt 15 Prozent. Die Grünen würden mit fünf Prozent den Wiedereinzug in das sächsische Landesparlament schaffen.

AfD-Chef Bernd Lucke begründete den hohen Zuspruch für seine Partei in Mitteldeutschland mit dem dort herrschenden unbefangeneren Verhältnis zur nationalen Identität. „Man schämt sich dort nicht, deutsch zu sein“, sagte Lucke der Thüringer Landeszeitung.

Anderes als im Westen werde das Vertreten nationaler Interessen mit mehr Sympathie aufgenommen. Das hänge mit der Sozialisierung vieler Menschen in den alten Bundesländern zusammen. Diese hätten gelernt, niemals zu sagen, daß etwas im deutschen Interesse sei. Statt dessen müsse alles im europäischen Interesse liegen. (krk)

> JF-Dossier zur Alternative für Deutschland (AfD)

Die AfD dürfte laut Umfragen nach der Europawahl gleich mit mehreren Kandidaten ins EU-Parlament einziehen Foto: picture alliance/ZB/dpa
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