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Marcus Pretzell
Landessprecher Marcus Pretzell: Kritik an AfD-Ratsherren Foto: dpa

Unterstützung für NPD-Politikerin
 

AfD geht gegen Duisburger Ratsherren vor

DUISBURG. Die nordrhein-westfälische AfD hat Konsequenzen für zwei Politiker der Partei angekündigt, die bei der Postenvergabe im Duisburger Stadtrat für eine NPD-Politikerin gestimmt hatten. „Abstimmungen zugunsten dieser Partei“ seien ein „absolutes Unding“, sagte Landessprecher Marcus Pretzell.

„Die AfD nimmt niemanden als Mitglied auf, der früher mal in der NPD war. Wer eine solche Mitgliedschaft verschweigt, wird gemäß eines Bundesvorstandsbeschlusses sofort nach Bekanntwerden aus der Partei ausgeschlossen“, betonte der EU-Abgeordnete. Nach einem Gespräch mit Pretzell trat einer der beiden Ratsherren, Alan Imamura, von allen Parteiämtern zurück.

„Ich übernehme für diesen schweren Fehler die politische Verantwortung“, sagte Imamura der JUNGEN FREIHEIT. Er werde jedoch für die AfD weiter im Stadtrat sitzen und auch in der Partei bleiben. Unklar ist, was aus dem Duisburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Holger Lücht wird, der ebenfalls für die NPD-Kandidatin votiert hatte. Nach Pretzells Angaben war er zu keinem Gespräch bereit. Der Landessprecher forderte Lücht nun auf, die Partei zu verlassen.

Lucke: „Wir brauchen keinen Fundamentalismus“

Einen ähnlichen Vorfall hatte es Ende September in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Dort hatten mehrere AfD-Kreistagsmitglieder einem NPD-Antrag zugestimmt. Landessprecher Matthias Manthei verteidigte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT das Abstimmungsverhalten. „Uns geht es ausschließlich um die Inhalte und nicht um die Parteien. Deshalb entscheiden wir uns frei und unabhängig für das, was wir für richtig halten.“ Er war daraufhin vom stellvertretenden Parteichef Alexander Gauland gerügt worden. Die Bundes-AfD toleriere derartige Abstimmungen nicht, betonte Gauland.

Unterdessen forderte AfD-Chef Bernd Lucke die Mitglieder auf, sich stärker vom Rechtsextremismus abzugrenzen. Es sei seine „feste Überzeugung, daß die AfD nicht den Schatten eines Zweifels daran lassen darf, daß politischer Extremismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und religiöse Intoleranz mit dem Gedankengut der AfD als einer demokratischen Rechtsstaatspartei unvereinbar sind“, schrieb Lucke. „Wir brauchen keinen Fundamentalismus, denn wir haben ein Fundament.“ (ho)

Landessprecher Marcus Pretzell: Kritik an AfD-Ratsherren Foto: dpa
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