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Nach AfD-Schelte
 

Zollitsch lehnt Gespräch mit Euro-Kritikern ab

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Robert Zollitsch: Kein Gespräch mit der AfD Foto: picture alliance/dpa

BADEN-BADEN. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch lehnt nach seiner Kritik an der Alternative für Deutschland (AfD) ein Gespräch mit den Euro-Kritikern ab. „Erzbischof Zollitsch wird – wie vor vier Jahren – vor der Wahl mit keiner Partei sprechen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz dem Badischen Tagblatt.

Zuvor hatte die AfD den Geistlichen aufgerufen, mit ihnen in einen Dialog zu treten. Hintergrund sind Äußerungen des Bischofs, er hoffe, daß die AfD nicht in den Bundestag einziehe. Seiner Ansicht nach handele es sich dabei um ein „paar Nostalgiker“, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sollten. Der Erzbischof sieht keine Alternative zum Euro. „Denn der zwingt uns, weiter zusammenzukommen.“

AfD wies Kritik zurück

AfD-Sprecher Bernd Lucke wies diese Behauptung als unsachlich und unbegründet zurück. „Europa besteht aus Nationalstaaten“, betonte er. „Es ist ein Konsens aller Parteien, dass dies auch so bleiben soll. Aber gerade weil wir ein zukunftsfähiges Europa anstreben, dürfen wir nicht auf Zuruf Schulden übernehmen und den eigenen Steuerzahlern auflasten.“

Kritik kam auch von der Berliner AfD-Kandidatin und Vorsitzende der Zivilen Koalition, Beatrix von Storch. In einem offenen Brief warf sie ihm vor, sein Amt zu mißbrauchen. Die Bürger erwarteten vom Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz die Verteidigung christlicher Werte, schrieb von Storch. Zollitsch aber warne vor der AfD und nicht vor Parteien wie Piraten oder Grüne, die anders als die AfD klar unchristliche Werte verträten.

Erzdiözese pocht auf Meinungsfreiheit

„Herr Erzbischof Zollitsch, was vertritt die AfD, daß Sie so unkontrolliert gegen sie vorgehen? Für die AfD ist zum Beispiel Familie die Keimzelle der Gesellschaft, also Vater, Mutter, Kind. Die Piraten werben mit ‘Vater, Vater, Kind’ – und sie wollen, als katholischer Bischof, daß wir scheitern“, fragte die AfD-Kandidatin.

Unterdessen teilte das Freiburger Bistum mit, Zollitsch habe „wie jeder mündige Bürger” das Recht auf freie Meinungsäußerung. Entgegen bisherigen Berichten habe er weder vor der Alternative für Deutschland gewarnt oder ein Wahlverbot ausgesprochen. Zollitsch habe lediglich seine Überzeugung erläutert, daß die AfD nicht im nächsten Bundestag vertreten sei. (ho/krk)

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