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Landesregierung rudert zurück
 

Schleswig-Holstein: Heimatkunde-Unterricht bleibt

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Waltraut Wende: Ministerin scheitert mit Umbenennung Foto: Imago

KIEL. Die schleswig-holsteinische Landesregierung ist mit der Umbenennung des Heimatkunde-Unterrichtes gescheitert. Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Fach in „Sachkunde“ umzubenennen. Nun sollen die Grundschüler in „Heimat-, Welt- und Sachkunde“ unterrichtet werden.

Die Umbenennungspläne der Koalition aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit (SSW) hatten bei Union und Heimatgruppen zuvor heftige Kritik ausgelöst. „Daß Frau Wende den Kindern nicht mehr ihre Heimat nahe bringen will, paßt zu ihrer Politik“, monierte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johannes Callsen.

Lerninhalte sollten sich auf „die eine Welt“ ausrichten

Die Bildungsministerin verkenne, daß ein gesundes Heimatbewußtsein auch die Voraussetzung dafür sei, daß Kinder später einmal Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen. „Erst wenn sie ihre eigene Heimat verstehen, können sie auch die große Welt durchblicken“, unterstrich Callsen. Zudem trage die Heimatkunde zur „Identitätsbildung“ bei.

Auch die FDP übte harsche Kritik. Die Landesregierung habe „ein verquastes und vorurteilsbeladenes Verständnis von Heimat“, sagte Pressesprecherin Susann Wilke. Die Chefin des Heimatbundes, Jutta Kürtz, zeigte sich „fassungslos“. Heimatkunde bedeute „eine Bewußtmachung der eigenen Identität“.

Das Bildungsministerium hatte die Pläne ursprünglich mit dem Argument gerechtfertigt, daß die Lerninhalte sich künftig stärker auf Europa und „die eine Welt“ richten sollten. „Der Unterricht in diesem Fach geht längst über das hinaus, was der Begriff Heimat meint“, betonte ein Sprecher. (ho)

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