Joachim Kuhs

Amoklauf in den Vereinigten Staaten
 

Grüne fordern Schußwaffenverbot

BERLIN. Die Grünen haben sich angesichts eines Amoklaufs in einer amerikanischen Grundschule für ein totales Verbot von Schußwaffen in Privathaushalten ausgesprochen. „Auch wenn die deutsche Waffenlobby etwas anderes behauptet: Schußwaffen sind zum Töten gemacht, sie sind keine harmlosen Sportgeräte oder Spielzeuge“, warnte der Grünen-Chef Cem Özdemir der Berliner Zeitung. Diese hätten in Häusern und Wohnungen nichts zu suchen.

Unterstützung erhielt er dabei von Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD). „Ich meine, 17 Millionen gemeldete Waffen sind zu viel, und deshalb werden wir auch weiter Aufklärungsarbeit betreiben“, betonte er gegenüber dem Deutschlandfunk. Er appellierte an die etwa zwei Millionen registrierten Waffenbesitzer, sich genau zu überlegen, ob sie diese auch wirklich benötigten. Mit Blick auf sein Bundesland hob Gall hervor, daß man bereits jetzt „anlaßlose Kontrollen“ durchführe, um die Lagerung von Waffen in Privatbesitz zu überprüfen.

FDP lehnt weitere Regulierung ab

Die FDP dagegen lehnt eine weitere Verschärfung der Regeln für den Waffenbesitz strikt ab. „Es ist stillos, nach einer solch schrecklichen Gewalttat nach einer Verschärfung des deutschen Waffenrechts zu rufen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Serkan Tören. Aus dem Drama parteipolitischen Nutzen zu ziehen, sei unangebracht. „Im Rahmen der letzten Anhörung im Innenausschuß zum Waffenrecht haben alle Experten eine zentrale Lagerung aus Sicherheitsgründen abgelehnt.“ Zudem seien solche Orte lohnende Einbruchsziele für kriminelle, unterstrich der FDP-Politiker.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Innenministeriums etwa sechs Millionen legale Schußwaffen. Die Zahl der illegalen wird auf zehn bis 20 Millionen geschätzt. Hintergrund der Debatte ist ein Amoklauf in den Vereinigten Staaten, bei denen am Wochenende 27 Menschen, darunter zahlreiche Kinder, in einer Grundschule in Newtown getötet wurden. (ho)

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