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Kredit-Affäre
 

Wulff entschuldigt sich und bittet Bürger um Vertrauen

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Bundespräsident Christian Wulff Foto: Jesco Denzel, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

BERLIN. Bundespräsident Christian Wulff hat sich für sein Verhalten in der Affäre um einen privaten Kredit entschuldigt. Er bedauere, daß es in der Angelegenheit zu Irritationen gekommen sei, weil er Details über das private Darlehen zur Finanzierung seines Hauses in Niedersachsen nicht rechtzeitig offengelegt habe, sagte Wulff bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Schloß Bellevue. „Das war nicht gradlinig und das tut mir leid.“

Gleichzeitig gestand er ein, daß nicht alles, was juristisch vertretbar auch moralisch richtig sei. Wulff kündigte an, das Amt des Bundespräsidenten auch künftig „gewissenhaft ausüben“ zu wollen und bat die Bundesbürger dafür um ihr Vertrauen.

Er betonte, daß er zu keiner Zeit seine Funktion als Ministerpräsident von Niedersachsen dazu genutzt habe, um Freunden einen privaten Vorteil zu verschaffen.

Wulff trennt sich von seinem Sprecher

Zuvor hatte der Bundespräsident sich von seinem Sprecher Olaf Glaeseker getrennt. Gründe hierfür wurden nicht genannt. Medienberichten zufolge soll Glaseker um seine Entlassung gebeten haben. Ihm wird eine nicht unerhebliche Mitverantwortung am ungeschickten Krisenmanagement Wulffs zugeschrieben.

Dieser hatte sich lange Zeit nur ausweichend und über seine Anwälte zu den Vorwürfen um einen privaten Kredit der Unternehmergattin Edith Geerkens in Höhe von 500.000 Euro aus dem Jahr 2008 geäußert. Gleiches galt für Urlaube, die Wulff privat bei befreundeten Unternehmern verbrachte.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Wulff am Donnerstag zu einer öffentlichen Stellungnahme aufgefordert. „Daß nicht er, sondern seine Anwälte kommunizieren, halte ich für unglücklich“, sagte Gabriel der Passauer Neuen Presse. Zwar könne ihm niemand einen Ratschlag geben, wie er mit den Vorwürfen umgehen solle, schon gar nicht die Opposition, er fürchte allerdings, „daß die Affäre dazu beiträgt, daß die Menschen immer weniger Vertrauen in Politik haben“, warnte der SPD-Chef.

Wulff soll Kredit bei BW-Bank günstig bekommen haben

Unterdessen berichtet der Spiegel, daß Wullf den Kredit der BW-Bank in Stuttgart über 520.000 Euro, mit dem er im März 2010 das private Darlehen mit Edith Geerkens vorzeitig ablöste, zu ungewöhnlich günstigen Konditionen erhalten hat. Der Zins für den Kredit habe zwischen 0,9 und 2,1 Prozent betragen. Normalerweise liegt der Zinssatz bei Immobilienkrediten deutlich höher.

Wulff hatte das private Darlehen im Frühjahr 2010 durch den Kredit mit der BW-Bank abgelöst, nachdem sich die Grünen im Landtag von Niedersachsen in einer parlamentarischen Anfrage nach seinen Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens erkundigt hatten. (krk)

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