Markus Krall Freiheit oder Untergang
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Ausschlußverfahren
 

SPD-Linke empört wegen Sarrazin

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Ex-Finanzsenator Thilo Sarrzain bleibt SPD-Mitglied Foto: Ronald Gläser

BERLIN. In der SPD formiert sich offenbar zunehmender Unmut über den Verbleib von Thilo Sarrazin in der Partei. In einer „Berliner Erklärung“ äußern mehrere SPD-Mitglieder Unverständnis über die Entscheidung der Parteispitze, die nach mehrstündiger Verhandlung überraschend am Gründonnerstag das Ausschlußverfahren eingestellt hat. „Der Zickzackkurs der Partei erscheint nicht nachvollziehbar“, heißt es in der Erklärung. „Elitärer Dünkel, Ausgrenzung von Gruppen – mit oder ohne Migrationshintergrund –, menschenverachtendes Gerede oder gar rassistischer Habitus haben in unserer Mitte keinen Platz.“

Initiator der Erklärung, die bereits rund 800 Personen unterstützen, ist das SPD-Mitglied Aziz Bozkurt. Er gehört der Partei im Berliner Stadtteil Kreuzberg an und ist dem linken Parteiflügel zuzurechnen. So hat Bozkurt 2008 an einer Antifa-Demo teilgenommen und zuvor einen Aufruf zur Unterstützung der „Roten Hilfe“ unterzeichnet.

Sarrazin-Ausschluß Frage der „politischen Hygiene

Auf der Internetseite openpetition.de tauschen sich die Unterzeichner, die aus ganz Deutschland stammen, aus. So schreibt einer von ihnen: „In der SPD ist kein Platz für Rassisten.“ Ein anderer bemerkt, die Sarrazin-Debatte habe „dem Prozeß der Integration geschadet“. Für einen weiteren Genossen sei ein Ausschluß Sarrazins aus der SPD eine Frage der „politischen Hygiene“. Einige wenige berichten, sie seien wegen Sarrazin nunmehr aus der Partei ausgetreten.

Ausgetreten ist auch der Gründer des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokraten, Sergey Lagodinsky. Er könne es nicht in einer Partei aushalten, die sich Sarrazin aus „Angst vor dem Stammtisch“ nicht stellen wolle, sagte er zur Begründung. (rg)

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