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Zuwanderungsdebatte
 

Zuwanderungsdebatte: Uhl stellt sich hinter Seehofer

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Wochenmarkt in Berlin-Kreuzberg Foto: rg

BERLIN. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU), hat sich in der Zuwanderungsdebatte hinter den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) gestellt. „Wir brauchen die klügsten Köpfe und bekommen Analphabeten“, kritisierte Uhl im Kölner Stadt-Anzeiger. Das müsse sich ändern.

Gleichzeitig mahnte Uhl, die Auswirkungen der EU-Osterweiterung nicht außer Acht zu lassen. „Ab dem 1. Mai genießen 70 Millionen Menschen aus den Beitrittsländern Osteuropas Niederlassungsfreiheit, davon 38 Millionen im erwerbsfähigen Alter. Wie viele davon Gebrauch machen, weiß im Moment kein Mensch. Bevor wir aber noch weitere Menschen aus fremden Kulturkreisen zu uns holen, sollte man diese legale Völkerwanderung abwarten“, gab der Innenexperte der Union zu bedenken.

Forderungen nach mehr Zuwanderung bezeichnete Uhl als „ahnungslose Geschwafel“, das zum Teil auch von Leuten aus seiner Partei und von Arbeitgeberverbänden komme. „Denen geht es um etwas ganz anderes. Denen geht es um willige und billige Arbeitskräfte, die man dem Staat dann vor die Nase setzt zur Hartz IV-Alimentation, wenn sie nicht mehr willig und billig sind. Zuwanderung war noch nie ein Geschäft für den Staat“, sagte Uhl.

Türkischer Europaminister fordert Landsleute zur Integration auf

Seehofer hatte sich zuvor gegen eine weitere Zuwanderung „aus anderen Kulturkreisen, wie der Türkei und den arabischen Ländern“ ausgesprochen.

Unterdessen rief der türkische Europaminister Egemen Bagis die in Deutschland lebenden Türken dazu auf, sich besser zu integrieren. „Ich fordere meine türkischen Landsleute und alle Deutschen türkischer Herkunft auf: Lernt Deutsch! Paßt euch den Sitten und Gebräuchen eures Gastlandes an!“, sagte Bagis der Bild-Zeitung.

Die Türken hierzulande sollten ihre Kinder auf die besten Schulen schicken, damit sie eine Zukunft haben. Gleichzeitig mahnte Bagis seine Landsleute, die Gesetze zu achten. „Denn wenn ‘Ali’ oder ‘Achmed’ Schlimmes tun, werden die Menschen nicht nach Namen suchen. Sie werden sagen: ‘Der Türke war’s!’“ (krk) 

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