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Integration
 

Islamkonferenz geht in die letzte Runde

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Wen repräsentiert die Islamkonferenz? Frau mit Hijab. Foto: Flickr/Ranoush

BERLIN. Die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor drei Jahren ins Leben gerufene Islamkonferenz ist vorerst beendet. Am Donnerstag findet die letzte Vollversammlung statt, auf der die Arbeitsergebnisse vorstellt werden. Vier Arbeitsgruppen werden dann zu den Themen deutsche Gesellschaftsordnung, Wertkonsens, Religion und radikalen Islam Empfehlungen aussprechen.

Schäuble zog im Gespräch mit RBB-Inforadio bereits eine positive Bilanz. So habe sich in der Einstellung der Bevölkerung viel verändert. „Die Debatte um Neubauten von Moscheen ist sehr viel entspannter geworden.“ Auch sei in vielen Bundesländern Islamunterricht an Schulen „längst Wirklichkeit geworden“. „Muslime und Deutsche“ seien sich „emotional sehr viel näher gekommen“, so könne man auch unterschiedliche Meinungen friedlich austragen.

Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft

Die Islamkonferenz stand zuletzt vor drei Monaten in der Kritik, als die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen hohe Islamfunktionäre wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung aufnahm. Mit von der Partie waren auch Personen aus dem Umfeld der Islamkonferenz.

Viele Einwanderer aus muslimischen Ländern fühlen sich auch nicht durch diese vertreten, da sie eher konservative Strömungen des Islams repräsentiert. So übte die Frauenrechtlerin Necla Kelek in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung scharfe Kritik an den Funktionären. Islamverbände hätten hier zwar viele Rechte eingefordert, „aber die Verantwortung für Dinge, die im Namen des Islam stattfinden, ja sogar die Integration lehnen sie ab“. (FA)

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