Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Ehrengrab für früheren FDP-Politiker Borm aufgehoben

BERLIN. Der Berliner Senat hat am Dienstag den Ehrengrab-Status der letzten Ruhestätte des früheren FDP-Politikers William Borm auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof aufgehoben. 

Das Gremium stimmte einer Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zu, wonach die Anerkennung des Ehrengrabes der Stadt Berlin von vierzig auf zwanzig Jahre reduziert wird. Damit verliere es mit sofortiger Wirkung diesen Status.

Der 1987 verstorbene Borm, der Ehrenvorsitzender der Berliner Liberalen und Mitglied des Bundesvorstands war und für die FDP zeitweilig im Bundestag saß, hatte sich Ende der fünfziger Jahre zur Spionage für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verpflichtet.

„Unwürdiges Kapitel postumer Ehrungen beendet“

Im Sinne des MfS hatte er sich als Westagent in der Bundesrepublik besonders für die Anerkennung der DDR-Staatsangehörigkeit sowie in den achtziger Jahren gegen den Nato-Doppelbeschluß stark gemacht.

Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni, Carl-Wolfgang Holzapfel, der sich für die Aufhebung des Ehrengrabes für den Stasi-belasteten Politiker eingesetzt hatte, erklärte: „Damit ist ein eher unwürdiges Kapitel postumer Berliner Ehrungen zu einem guten Ende gebracht worden“. Die Hartnäckigkeit, „mit der wir unser Anliegen vertreten haben“, hat schließlich zum Erfolg geführt, so Holzapfel.

Die Vereinigung 17. Juni hatte gegenüber dem Berliner Regierenden Bürgermeister diese Forderung zuletzt mit dem Argument vorgebracht, William Borm sei nicht nur Stasi-Spitzel, sondern auch während des NS-Regimes als „Wehrwirtschaftsführer“ tätig gewesen. (vo)

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