Boykottaufruf gegen Israel: Duisburger OB-Kandidat tritt zurück

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Linkspartei-Politiker Hermann Dierkes Foto: Stadt Duisburg

DUISBURG. Der wegen seines Boykottaufrufs gegen Israel in die Kritik geratene Duisburger Oberbürgermeisterkandidat der Linkspartei, Hermann Dierkes, ist zurückgetreten. Er sei einer „Rufmordkampagne ausgesetzt“, die einer „öffentlichen Steinigung“ gleiche, sagte Dierkes, der zugleich auch sein Amt als Fraktionschef der Linkspartei im Duisburger Rat niederlegte.

 „Ich bin links und bestimmt nicht rechts“

Zuvor hatte sich die Linksparteipolitikerin und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau von ihrem Parteifreund distanziert. „Angesichts der deutschen Geschichte wecken diese Äußerungen unsägliche Assoziationen und bedienen finsterste Klischees“, sagte Pau dem Tagesspiegel. Die Äußerungen des Linksparteipolitikers waren unter anderem auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland scharf verurteilt worden.

 Dierkes hatte auf einer Wahlveranstaltung in Hamborn den Boykott israelischer Waren angeregt, um den „Druck für eine andere Politik“ zu verstärken. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP hatte Dierkes seine Aussagen zunächst verteidigt. Es sei zutiefst unredlich, seinen Appell an die Weltöffentlichkeit mit dem Boykott der Nationalsozialisten gegen jüdische Geschäfte zu vergleichen: „Ich bin links und bestimmt nicht rechts“, sagte er.

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