Kirchenstreit: Diözese Linz kommt nicht zur Ruhe

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Der Linzer Dom: Die Lage ist immer noch unübersichtlich Foto: Wikipedia/Roland Noé

LINZ. Nach dem der Streit um den designierten Weihbischof Gerhard Maria Wagner , erhebt nun Pfarrer Josef Bauer aus Hohenzell schwere Vorwürfe gegen die Linzer Diözeseführung. So wäre Wagner nach Ansicht des Geistlichen nicht zurückgetreten, hätte ihn der Linzer Bischof Ludwig Schwarz unterstützt.

Zuvor hatte der Leiter der österreichischen Bischofskonferenz, der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, den Wunsch eines Gesprächs ausgesprochen und daß die verschiedenen Gruppen „künftig das Miteinander suchen und daß man einander respektiert“. Ein Ansinnen, daß Bauer „zynisch“ nannte: „Zuerst eine Hasenjagd veranstalten, dann Dialog anbieten, sieht nach Zynismus aus.“ Bauer ist Sprecher des konservativen Linzer Priesterkreises, dem auch Wagner angehört.

„Unkatholische“ Strömungen bekämpften Wagner

Tatsächlich sei Wagner das Opfer von Machtinteressen geworden, die wenig Grundlage für gemeinsame Gespräche bieten: „Denn da sind Machtkartelle in der Diözese Linz, wo ein Bischof nach dem anderen in die Linzer Linie eingebunden wird. Und wer sich nicht einbinden läßt, wird abgeschossen wie Weihbischof Wagner“, sagte Bauer der Linzer Kirchenzeitung.

Der Widerstand gegen Wagner resultiere daher, „daß sich in der Diözese Linz in den vergangenen drei, vier Jahrzehnten eine unkatholische Haltung eingenistet hat“. So fehle den „wild gewordenen Dechanten“ die Treue zum Papst. „Wenn sie in der Verfestigung gegen den Papst ausharren, kann es keinen Dialog geben.“

Entscheidung des Papstes würde ignoriert werden

Unklar ist immer noch die Rechtmäßigkeit von Wagners Rücktritt. Während Schönborn diesen bereits bekanntgab, steht die offizielle Annahme durch den Papst noch aus. Doch selbst bei einer Weigerung des Papstes geben sich die österreichischen Bischöfe kämpferisch. Eine „offizielle Bestätigung des Papstes ist ja überhaupt nicht mehr notwendig“, soll es aus Kreisen um Schönborn heißen, berichtet die österreichische Zeitung News.

Eine alternative Weihe Wagners, beispielsweise zum Kurienbischof, sei blanker Unsinn, hieß es weiter. Denn eine solche würde eine totale Brüskierung der österreichischen Bischofskonferenz und vieler Gläubiger gleichkommen.

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