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Urheber von Haß-Video ermittelt

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Udo Ulfkotte Foto: Eichborn Verlag/Doris Ulfkotte

KOBLENZ. Der Kriminaldirektion Koblenz ist es am vergangenen Wochenende gelungen, die Urheber eines islamfeindlichen Videos zu ermitteln, durch das die Familie des Journalisten und Islamkritikers Udo Ulfkotte derzeit zahlreichen Mordaufrufen ausgesetzt ist.

Das Video war am 20. Juni auf der Internetseite von „you tube“ erschienen. Darin soll eine junge Frau mehrere Minuten lang schwere Beleidigungen gegen Muslime und Türken ausgesprochen und sich als Doris Ulfkotte ausgegeben haben.

Udo Ulfkotte war am 22. Juni von einem Anrufer auf das innerhalb weniger Stunden mehr als 140.000 mal aufgerufene Video mit der falschen Ehefrau hingewiesen und gewarnt worden.

Mordaufrufe gegen Ulfkottes Frau

In zahlreichen Kommentaren sollen Muslime dort zur Ermordung von Ulfkottes Frau aufgerufen haben. Das Video wurde inzwischen von „you tube“ gelöscht. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich nach Informationen der Staatsanwaltschaft Koblenz um einen 22 Jahre alten Mann und seine 23jährige Freundin aus Gelsenkirchen.

Die Kriminaldirektion Koblenz hatte ein aus dem Video entnommenes Lichtbild der Verfasser an alle Polizeidienststellen in Nordrhein-Westfalen gesendet. Die Verdächtigen konnten dadurch von Beamten der Kriminalpolizei Gelsenkirchen identifiziert werden.

Bei einer vom Amtsgericht Koblenz angeordneten Hausdurchsuchung wurden bei den Verdächtigen ein Laptop, eine Web-Kamera sowie ein Mobiltelefon sichergestellt. Das Paar hatte sich bereits einen Tag vor der Durchsuchung ihrer Wohnung auf einer Gelsenkirchener Polizeiwache gestellt und die Vorwürfe eingeräumt.

Tatverdächtiger bezeichnet sich als „islamfeindlich“

Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat liegen laut Staatsanwaltschaft nicht vor. Der Tatverdächtige selbst habe sich als „islamfeindlich“ bezeichnet.

Eine frühere Bekanntgabe des Ermittlungserfolges sei aus ermittlungstaktischen Gründen zurückgestellt worden, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.

Unterdessen habe sich nicht ein islamischer oder türkischer Verband dazu bereit erklärt, sich für die Eindämmung der Mordaufrufe einzusetzen, kritisiert Udo Ulfkotte. Auch um Hilfe gebetene Politiker wie die CDU-Bundestagsabgeordnete und Fachpolitikerin für Islam und Integration Kristina Köhler hätten sich nicht gemeldet.

Abweisung durch die Medien

Mehrere türkische Mitbürger, die selbst Mordaufrufe verfaßt hatten, sollen sich bereits an die Medien gewandt und ihr Vorgehen bedauert haben. Sie wollten dazu aufrufen, die Familie Ulfkotte nicht weiter zu verfolgen und seien von den Medien abgewiesen worden, schreibt Ulfkotte auf der Webseite des Kopp-Verlags.

Seit mehr als einer Woche hält sich der 48Jährige mit seiner Familie an einem unbekannten Ort versteckt. Die Familie Ulfkotte ist auf die Mithilfe von Politikern und Medien angewiesen, da erst ein Bruchteil der Mordaufruf-Verfasser Kenntnis davon erlangt haben dürfte, daß sie in Wahrheit nichts mit dem haßerfüllten Video zu tun hat.

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