Stammzellforschung: „Gegen Gottes eindeutiges Gebot“

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Bischof Hans-Jörg Voigt Foto: SELK

HANNOVER. Auf die Entscheidung des britischen Unterhauses zur Forschung mit embryonalen Stammzellen hat der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Hans-Jörg Voigt, mit großer Besorgnis reagiert.

Die Beschlüsse, die es erlauben, menschliche Embryonen mit dem Ziel ihrer Zerstörung „herzustellen“, verstießen „gegen Gottes eindeutiges Gebot: ‘Du sollst nicht töten’“, sagte Voigt heute in Hannover. Die Produktion von Hybrid-Embryonen, bei der in der Petrischale menschliches Erbgut mit Eizellen von Tieren vermengt wird, sei „entgegen jeder schöpfungsmäßigen Anlage“.

Wegweiser in die falsche Richtung

Mehrere Nachrichtenagenturen meldeten am Montag, das britische Parlament habe mit großer Mehrheit die Herstellung von Mensch-Tier-Embryonen erlaubt. Der britische Gesetzentwurf gebietet eine Zerstörung der Embryonen nach spätestens zwei Wochen und verbietet die Einpflanzung in die Gebärmutter einer Frau.

Den Entscheidungen des britischen Unterhauses müsse aus christlicher Sicht entschieden widersprochen werden. Bischof Voigt mahnte, die als „wegweisend“ bezeichneten Beschlüsse seien Wegweiser in die falsche Richtung. Auch an dieser Stelle werde deutlich, daß der Mensch ohne Gott in die Irre gehe.

Auch in Deutschland hat sich der Rechtsschutz für Embryonen verschlechtert. Am 11. April beschloß der Deutsche Bundestag, daß auch an menschlichen Embryonen, die vor dem 1. Mai 2007 entstanden sind, verbrauchende Forschung betrieben werden darf. Der Antrag, auf Forschung mit embryonalen Stammzellen ganz zu verzichten, hatte keine Mehrheit gefunden.

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