Schönbohm kritisiert politische Korrektheit

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Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) Foto: privat

BERLIN. In einem Gastartikel für die Zeitschrift Der Selbständige hat der Innenminister des Landes Brandenburg Jörg Schönbohm (CDU) mit der Politischen Korrektheit abgerechnet. Deren Exzesse hätten sich mittlerweile zu einer „ernsthaften Gefahr für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit entwickelt“, sagte Schönbohm. Der Text erscheint in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift des Bundesverbandes der Selbständigen.

In ungewöhnlich deutlicher Form wies Schönbohm auf die Beschädigungen der Freiheit hin, die der „Kult der Politischen Korrektheit“ verursache. „Es hat nur noch bedingt etwas mit Demokratie zu tun, wenn eine kleine Minderheit darüber entscheidet, wer sprechen darf beziehungsweise worüber gesprochen werden darf.“

Durch „künstliche Meinungshomogenität“ werde ein „fairer und offener Disput außer Kraft gesetzt: „Nur der gilt als demokratisch, der ‘links’ ist, beziehungsweise zumindest ‘rechts’ ablehnt.“

Kennzeichen totalitärer Diktaturen

Der als gemäßigt-konservativ geltende Schönbohm warnte davor, Sprachregelungen, wie sie von Gender-Mainstreaming-Aktivisten im Schulunterricht, an den Universitäten oder auch in der „Bibel in gerechter Sprache“ verordnet werden, achselzuckend hinzunehmen. Kennzeichen totalitärer Diktaturen sei es stets gewesen, die Umwälzung der Verhältnisse auch durch eine rigorose Sprachnormierung durchzusetzen.

Was in den sechziger Jahren als sinnvolle Auseinandersetzung mit der Diskriminierung von Minderheiten begonnen habe, ende heute als pauschale Dämonisierung und Stigmatisierung aller Andersdenkenden. Die „katastrophalen Folgen“ der „geistigen Selbstzensur“ könne man überall beobachten: „Konformität und Uniformität des Denkens“, „Denkfeigheit“ trete an die Stelle „freiheitlichen Bürgermuts“.

Montesquieu zitierend, gab sich Schönbohm überzeugt: „Dort, wo es keine sichtbaren Konflikte gibt, gibt es auch keine Freiheit.“

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