Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

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U-Bahnstation „Arabellapark“: Hier schlugen und traten Serkan A. und Spyridon L. den Rentner Bruno N. halb tot Foto: Münchner U-Bahn

MÜNCHEN. Das Landgericht München hat die beiden U-Bahn-Schläger zu langjährigen Haftsstrafen verurteilt. Die Richter folgten damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft und verurteilten den 21 Jahre alten türkischstämmige Serkan A. zu zwölf und den 18jährigen Griechen Spyridon L. zu achteinhalb Jahren Gefängnis.

Beide hatten kurz vor Weihnachten den pensionierten Realschuldirektor Bruno N. beinahe totgeschlagen, weil er sie gebeten hatte, das Rauchverbot in der U-Bahn zu beachten.

Die Tat hatte, auch auf Grund der bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen, eine breite Debatte über kriminelle, vorwiegend jugendliche Ausländer ausgelöst.

Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht und höchstens vier Jahre Gefängnis plädiert. Die beiden Täter seien zum Tatzeitpunkt zudem betrunken gewesen.

Bayerns Innenminister Herrmann wil Täter abschieben

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte derweil an, die beiden Schläger abschieben zu wollen: „Für mich ist ganz klar, daß die brutalen U-Bahn-Schläger ausgewiesen und nach Verbüßung der Haftstrafe auch abgeschoben werden müssen“, sagte er der Bild-Zeitung. Im Fall von Serkan A. dürfte sich dies aber schwierig gestalten, da er in Deutschland geboren ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Die taz berichtet heute, daß Bruno N. seine beiden Peiniger möglicherweise fremdenfeindlich beleidigt habe, bevor er von ihnen zusammengeschlagen wurde. Es gebe „Hinweise auf Ausländerfeindlichkeit des Geschlagenen“, so das Blatt.

Als Beweis dafür führt die taz einen Artikel der Münchner Abendzeitung mit dem Titel „Rektor will Marschmusik – Schüler laufen ihm davon“ an. Der Beitrag stammt aus dem Jahr 1994. Darin wird von Schülern berichtet, die gegen die „rigiden Methoden“ des Rektors Bruno N. demonstriert hätten.

„Wie ein Feldmarschall“

Ein Schüler von damals sagte gegenüber der taz, er erinnere sich an einen „herrischen Mann“, der die Konfrontation suchte. Mittwochs gegen 14 Uhr sei Blasmusikprobe gewesen. „Herr N. hat da gerne vorbeigeschaut, und wir mußten dann immer alles unterbrechen und die ‘Sternpolka’ anstimmen. Das war als ob ein Feldmarschall zur Tür reinkommt“, so der ehemalige Schüler. Zudem habe der Rektor das Wort „Neger“ benutzt und das, obwohl ein farbiger Mitschüler in der Klasse gewesen sei.

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