Deutsche Kritik an „Erziehungscamps“ von Unkenntnis geprägt

Campanella
Clement C. Campanella

Als einseitig und durch Unkenntnis geprägt kritisiert der Leiter des „DeQuoin Boot Camp“ im US-Bundesstaat Illinois, Clement C. Campanella, in einem Interview mit der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT die deutsche Kritik an amerikanischen Erziehungslagern für kriminelle Jugendliche.

Zwar arbeite man mit einer „semimilitärischen Schockstrategie“, doch sei es keinesfalls das Ziel, die Jugendlichen zu demütigen, sondern sie durch Drill und Härte einerseits, durch rehabilitative Maßnahmen andererseits einer „Bewährungsprobe“ zu unterziehen, die sie an ihre Grenzen führt.

„Wir setzen darauf“, so Campanella, „den Menschen ihre positiven Seiten vorzuführen und ihre eigene Stärke zu entdecken, auf die sie in ihrem bürgerlichen Leben vertrauen können.“

In diesem Zusammenhang kritisierte Campanella auch das deutsche Konzept der therapeutischen Auseinandersetzung mit der eigenen Tat: „Diese Methode konfrontiert die Strafgefangenen lediglich mit ihren alten Fehlern. Woher sollen Stolz und Selbstvertrauen kommen, wenn man ihnen nur ihre dunkle Seite vorführt?“

Als Erfolg der Erziehungslager in Illinois wertete Campanella die niedrige Rückfallrate von 28 Prozent gegenüber 75 Prozent bei Kriminellen sowie die Tatsache, daß es in den Lagern weitaus weniger Gewalt gibt, als in den US-Gefängnissen.

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